Die Zahl der Schüler an der Riedseeschule in Stuttgart-Möhringen wächst. Foto: dpa

Die Riedseeschule in Stuttgart-Möhringen bekommt einen Neubau an der Vaihinger Straße, das Hortgebäude wird saniert. Das ist nun beschlossene Sache. Die Schulgemeinschaft hätte eine andere Variante bevorzugt.

Möhringen - Es ist beschlossene Sache. Der Umwelt- und Technikausschuss hat zugestimmt, dass die Riedseeschule entsprechend der von der Verwaltung vorgeschlagenen Variante 1 weiterentwickelt wird. Die Entscheidung in der Sitzung am Dienstag fiel einstimmig und ohne Aussprache. Die Variante 1 sieht einen Neubau westlich des Hauptgebäudes an der Vaihinger Straße 30 vor. Das Gebäude steht um 90 Grad zur Straße gedreht und hat drei Vollgeschosse. Küche, Speisebereich und Nebenräume befinden sich im Erdgeschoss. Lerngruppen und Kursräume im ersten und zweiten Obergeschoss. Das denkmalgeschützte Hortgebäude soll saniert werden. Die Verwaltung schätzt die Gesamtkosten auf 11,2 Millionen Euro.

Die Schülerzahl steigt

Der Neubau und die Umstrukturierungen sind notwendig, weil die Schule mehr Platz braucht. Die Schülerzahl steigt. Aktuell hat die Möhringer Einrichtung 293 Grundschüler in zwölf Klassen. Hinzu kommen 17 Flüchtlingskinder in zwei internationalen Vorbereitungsklassen. Die Statistiker gehen davon aus, dass die Schule künftig pro Klassenstufe vier Klassen haben wird. Allerdings läuft der Werkrealschulzweig zum Schuljahresende aus.

Umgekehrtist die Riedseeschule mittlerweile Ganztagsschule, was zusätzliche Räume erforderlich macht. Und die Schule braucht eine Mensa. Bisher gibt es nur zwei provisorische Speisesäle. Die Fachverwaltung geht von einer vierzügigen Ganztagsgrundschule aus, für die eine Programmfläche von 2698 Quadratmeter notwendig ist.

Theoretisch gab es verschiedenen Varianten, wie das hätte umgesetzt werden können. Die Stadt gab dazu bereits 2013 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Dabei galt die Maßgabe, dass die Schule mittelfristig am Standort Vaihinger Straße zusammengeführt werden soll. Bisher ist am zweiten Standort im Rembrandt-Schulzentrum an der Sigmaringer Straße noch der Hauptschulzweig beheimatet. Wenn in wenigen Wochen die letzten Hauptschüler der Riedseeschule verabschiedet werden, soll vorübergehend das Schülerhaus dort einziehen, um die Mädchen und Jungen am Nachmittag zu betreuen.

Büro hat drei Varianten erarbeitet

Das Büro Ackermann + Raff Architekten zeigt in seiner Machbarkeitsstudie neben der nun beschlossenen Variante 1 noch zwei weitere Varianten. Mit der Variante 2 hätte es ebenfalls einen Neubau westlich des Hauptgebäudes gegeben und zusätzlich einen Neubau gegenüber auf dem jetzigen Außenspielfeld neben der Turnhalle. Die Stadt hätte dann das Grundstück Vaihinger Straße 28 inklusive dem denkmalgeschützten Hortgebäude verkaufen können. Bei Variante 3 wäre das Hortgebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt worden. Die Schule hätte diese Variante 3 bevorzugt. Doch das Landesamt für Denkmalpflege lehnte einen Abriss des Hortgebäudes ab. Bei Variante 2 waren sich die Schulgemeinschaft und die Verwaltung einig, dass diese Art von Campus im Schulalltag zu Problemen führen würde. Denn die Kinder hätten mit den zwei Neubauten mehrmals am Tag die viel befahrene Vaihinger Straße überqueren müssen.

Der Bezirksbeirat hatte sich in seiner Sitzung am 21. Juni nach kurzer Diskussion mehrheitlich für die von der Verwaltung bevorzugte Variante 1 ausgesprochen. Die CDU-Bezirksbeiräte enthielten sich. Ähnlich wie die Schulgemeinschaft sahen auch sie es kritisch, dass das Hortgebäude für viel Geld saniert wird. Ein zweiter Neubau wäre günstiger und würde den Bedürfnissen der Schule wahrscheinlich besser entsprechen, so die Argumentation. „Die Riedseeschule braucht neue Räume. Deswegen haben wir nicht dagegen gestimmt. Aber von der Lösung, die jetzt umgesetzt wird, sind wir nicht überzeugt“, sagt Fred Wagner auf Nachfrage unserer Zeitung. Er ist der Sprecher der CDU im Bezirksbeirat.

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