Die Grünfläche vor der Brühlhalle (im Hintergrund) Foto: /Karin Ait Atmane

Die Planer der Sporthalle informieren den Gemeinderat detailliert und umfassend, von der Beleuchtung bis zum Sonnenschutz. Die Räte zeigen sich zufrieden.

Reichenbach - Ein Reigen von Planern marschierte im ReichenbacherGemeinderat auf, um die Gewerke für das Großprojekt „Sporthalle mit Mensa“ vorzustellen. Das ist ungewöhnlich im Stadium der Vorplanung. Doch es geht ja auch um 18 Millionen Euro.

 

„Alles was momentan läuft, ist elementar wichtig“, sagte Simon Mittner vom Projektsteuerer Drees & Sommer im Hinblick auf die Kostenentwicklung. In der aktuellen Phase könne man noch an vielen Stellen den „Kostenhebel“ ansetzen, später nicht mehr. Folglich waren die Experten vor Ort und erläuterten ihre Pläne – zwar noch nicht bis ins Detail, aber doch schon recht konkret.

Zwei getrennte Küchen

Joachim Bürklein von Zoll Architekten stellte das Raumkonzept und die geplanten Baustoffe vor, unter denen Recycling-Beton und Holz die Hauptbestandteile bilden. Mit dem KW40-Standard erreicht man eine hohe Energieeffizienz. Das Gebäude ist aktuell rund 50 Zentimeter höher als die benachbarte Brühlhalle. Aber, so Bürklein, er sei zuversichtlich, „dass wir noch etwas reduzieren können“. Von den weiteren Ingenieuren folgten Kurzvorträge zur Statik, Haus-, Elektro- und Küchentechnik, zu Brandschutz und Bauphysik.

Zum Raumprogramm gehören zwei getrennte Küchen: Die für die Schulmensa soll lediglich zum Aufwärmen und Ausgeben von Essen dienen, während die Vereine in ihrer Küche auch eine Kleinigkeit zubereiten können. Die geplante Kühlzelle für Getränke wurde von Thorsten Höger (FW) hinterfragt. Kühlräume seien eine teure Sache, sagte er, es sei zu überlegen, ob nicht eine Steckdose für draußen reiche, an der man einen Kühlwagen anhängen könne. Alternativ dazu seien auch große Kühlschränke eine Option, bestätigte der entsprechende Planer.

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Für die Wärmeversorgung habe sich nach dem Vergleich von vier Varianten ein Nahwärmenetz als die wirtschaftlichste Lösung herausgestellt, berichtete Michael Honeck von IGV Ingenieure. Es würde mit Holzpellets befeuert, seine Zentrale wäre im Untergeschoss der Realschule. An dieses Netz könnten bei Bedarf auch andere Gebäude auf dem Campus angeschlossen werden, was Gemeinderat Karl Neher (LiGA) als „eine sehr gute Sache“ einstufte.

Eine Kühlung für Sporthalle und Mensa ist aktuell nicht vorgesehen, wäre aber mit Mehrkosten von 20 000 Euro möglich. Auch der spätere Einbau kann vorbereitet werden. Auf jeden Fall wird an der Südseite der Halle mit ihrer großen Glasfront ein Sonnenschutz gebraucht. Dass sie sich zu sehr aufheizen könnte, machte einigen Ratsmitgliedern Sorgen. Die Planer waren aber überzeugt, dass ein außen liegendes Raffstore Abhilfe schaffen kann. Simon Mittner betonte, dass die Öffnung nach Süden grundsätzlich richtig sei. „Das wird eins der Schmuckstücke im Ort“, sagte er, deshalb sei wichtig, dass Passanten Einblicke haben.

Auf dem Dach ist eine Fotovoltaik-Anlage in der vorgeschriebenen Größe vorgesehen. Von der vorhandenen Fläche her betrachtet, könnte sie auch drei Mal so groß ausfallen, mit entsprechend höheren Investitionskosten. Ob das nicht ein Ansatzpunkt für eine Bürgersolaranlage wäre, fragte Sabine Fohler (SPD). Das hielt Bürgermeister Bernhard Richter nicht für sinnvoll: „Wenn wir Geld verdienen können an dieser Stelle, warum soll das dann nicht in die öffentliche Hand fließen?“, sagte Richter. Gegebenenfalls könne die Anlage von der Gemeinde selbst betrieben werden. Die Nutzung von Regenwasser, nach der Marieke Beier (Grüne) fragte, wurde von den Fachleuten als unwirtschaftlich und hygienisch nicht ganz unbedenklich eingestuft.

Kosten um zwölf Prozent gestiegen

Hauptsorge sind aber die Kosten. Gegenüber der ersten Schätzung im Dezember, die bei knapp 16 Millionen Euro lag, hat man schon jetzt eine Steigerung um 12 Prozent: 17,8 Millionen Euro stehen in der aktuellen, vorgezogenen Kostenberechnung. Das bewege sich im normalen Rahmen, betonte Mittner. Zudem habe man acht Prozent Flächenzuwachs, der unter anderem durch einen größeren Geräteraum zustande kommt, den die Radballer brauchen. Auch die dickeren Wände für den KW40-Standard schlagen zu Buche. Im Gegenzug bekomme man für letzteren auch höhere Fördermittel.

Die Fördermittel sind ohnehin noch nicht in die Rechnung eingeflossen. Auf sie setzt der Gemeinderat Hoffnung. Es wäre gut, bald zu wissen, wie viel man erwarten könne, so Andreas Löffler (CDU). Das Ziel der Planer sei ganz klar, die maximalen Fördermittel abzuschöpfen, versicherte Mittner. Insgesamt plane man „keine goldenen Wasserhähne“, sondern einfach, solide und für eine lange Lebensdauer.

Vom Gemeinderat gab’s viel Lob für das engagierte Planerteam. Diese habe bereits die zwei Monate Verzögerung beim Projektstart wieder reingeholt hat.