Jan Böhmermann sprach per Video-Zuschaltung auf der Netzkonferenz re:publica in Berlin. Foto: dpa-Zentralbild

Jan Böhmermann hat dem Hass im Netz den Kampf angesagt. Mit seiner Satireaktion „Reconquista Internet“ will er populistischen Trolle „Liebe und Vernunft“ entgegensetzen. Auf der re:publica warb er um Mitstreiter.

Berlin - Jan Böhmermann hat auf der Netzkonferenz re:publica für eine antipopulistische Troll-Armee geworben. Es sei an der Zeit, der Debatte um Populismus im Netz und um sogenannte „Trolle“, die versuchen die öffentliche Debatte zu beeinflussen, Aktionen folgen zu lassen, sagte der Moderator und Satiriker am Donnerstag. Er lud zur Teilnahme an der Satireaktion „Reconquista Internet“ auf, die dem Hass im Netz „Liebe und Vernunft“ entgegensetzen soll, wie es auf dem Twitter-Profil zur Aktion heißt. Gestartet hatte Böhmermann die Aktion in seiner Sendung „Neo Magazin Royale“. Etwa 50 000 Menschen beteiligen sich bereits an dem Projekt. „Wir haben aus Versehen eine Bürgerrechtsbewegung ins Leben gerufen“, sagte er.

Es handele sich um eine Reaktion auf das rechtsextreme Online-Forum „Reconquista Germanica“. Eine Recherche des Content-Netzwerks „Funk“ von ARD und ZDF hatte nachgezeichnet, wie Nutzer des rechtsextremen Netzwerks die öffentliche Debatte beeinflussen oder Hasskampagnen gegen Internetseiten, Medien oder einzelne Menschen planen. Die Solidaritätsaktionen für den inzwischen aus türkischer Haft entlassenen Journalisten Deniz Yücel hätten gezeigt, dass es gemeinsame demokratische Werte in Deutschland gebe, für die Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen einzutreten bereit seien, erklärte Böhmermann.

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