In Göppingen kämpft ein Runder Tisch gegen Neonazis Foto: dpa

Der Druck ist zwar ein wenig raus – eine Verschnaufpause einzulegen oder gar ganz aufzuhören, kommt für die Mitglieder des Runden Tischs, der 2013 wegen rechtsextremer Umtriebe in Göppingen gegründet wurde, aber nicht in Frage. 

Göppingen - Der Druck ist zwar ein wenig raus – eine Verschnaufpause einzulegen oder gar ganz aufzuhören, kommt für die Mitglieder des Runden Tischs, der 2013 wegen rechtsextremer Umtriebe in Göppingen gegründet wurde, aber nicht in Frage. Es geht weiter, obwohl das Forum zunächst nicht unbedingt als Wunschkind der Stadtverwaltung galt. Zumindest hatte sich der Prozess, bis die Runde eingerichtet war, aufgrund unterschiedlicher politischer Grundhaltungen der Akteure als schwierig gestaltet.

Einig waren sich die Beteiligten bei ihrem jüngsten Treffen, dass die Abmeldung des für Oktober erneut angekündigten Neonazi-Aufmarsches eine gute Gelegenheit ist, den Fokus der Arbeit neu auszurichten. So erklärte OB Guido Till, „dass wir darüber sprechen sollten, wie extremistische Tendenzen ganz allgemein in unserer Stadt abgebaut werden können“. Hubertus Högerle, Leiter des Führungs- und Einsatzstabs der Polizeidirektion Ulm, sagte zu, dass sich die Polizei in Präventionsprojekte einbringen werde.

Ulrike Haas, Leiterin des städtischen Referats Kinder und Jugend betonte, „dass es weiterhin wichtig ist, miteinander vernetzt zu sein und Informationen auszutauschen“. Das auslaufende Bundesprogramm „Toleranz fördern - Kompetenz stärken“ wolle die Stadt deshalb forstsetzen. „Wir tun schon viel, wollen aber in der offenen Jugendarbeit weitere Qualifizierungen anbieten und noch mehr Schulen gewinnen, die sich an der Kampagne ,Schule ohne Rassismus’ beteiligen, ergänzte Haas.

Bereits fest geplant ist ein Vortrag mit Professor Kurt Möller, dem Experten für Rechtsextremismus der Hochschule Esslingen, sowie die Ausstellung „Braune Falle“ vom 9. bis zum 24. Oktober im Göppinger Rathaus. Alex Maier vom Bündnis Kreis Göppingen nazifrei bekundete seinen Respekt „für das, was alles geplant ist“. Er hält es für wichtig, „dass sich der Runde Tisch weiterhin regelmäßig trifft“. Göppingens Sozialbürgermeisterin Gabriele Zull pflichtet ihm bei: „Es ging und geht uns immer auch um die Prävention, deshalb müssen wir uns weiter mit dem Thema beschäftigen.“

Die städtische Integrationsbeauftragte Dagica Horvat kündigte gleich noch eine weitere Veranstaltung an: am 7. und 8. Oktober werde in Göppingen der Film „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ gezeigt, für den ein Journalist, unter dem Pseudonym Thomas Kuban, recherchiert hat.

Der evangelische Dekan Rolf Ulmer regte an, das ökumenische Friedensgebet im Rahmen der Interkulturellen Wochen auf den Göppinger Marktplatz und damit in die Öffentlichkeit zu holen.

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