Treppenartige Rampen und Kiesinseln sollen künftige Entendramen am Floßhafen der Bundesgartenschau verhindern. Foto: Buga

14 tote Küken und eine Image-Fiasko später hat die Buga jetzt auf die Kritik der Heilbronner Tierrettung reagiert. Am Floßhafen wurden Ausstiegshilfen für die Entenbabys eingebaut. Reicht das?

Heilbronn - Nach dem Ärger um tote Küken in einem künstlichen See auf der Bundesgartenschau (Buga) in Heilbronn hat die Geschäftsführung der Veranstaltung jetzt reagiert. Man habe noch am Freitagnachmittag Maßnahmen ergriffen, damit die Entenküken den so genannten Floßhafen auf dem Bundesgartenschaugelände künftig mühelos verlassen könnten, heißt es in einer Mitteilung der Buga. Den Tieren stünden jetzt sechs neu angefertigte Ausstiegshilfen zur Verfügung, über die sie den Höhenunterschied zwischen Wasser und Ufer gut überwinden könnten. Zusätzlich habe die Buga vier Schotterinseln angelegt, auf denen sich die jungen Tiere im Schilf ausruhen können.

Die Lösung sei „perfekt“, sagte der Leiter des Einsatzdienstes der Tierrettung Unterland, Jan Franke. „Das hatten wir von Anfang an so vorgeschlagen. Acht Tage und 14 ertrunkene Küken später haben die Verantwortlichen endlich reagiert.“ Sechsmal war Frankes Verein in den vergangenen Tagen seit der Eröffnung von Besuchern zum Floßhafen gerufen worden. Meist war es darum gegangen, Entenküken zu retten, die vergeblich versuchten, die Uferbegrenzung des Sees zu überwinden, um vom Wasser wieder an Land zu kommen. Immer wieder scheiterten sie an der 40 Zentimeter hohen Betonmauer. Nicht alle Tiere konnten rechtzeitig geborgen werden.

Buga-Chef Faas sorgt für Eklat

Am Donnerstag war es bei einer Rettungsaktion zu einem Eklat gekommen, als der Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas plötzlich hinzu kam und mit den Helfern in Streit geriet. Faas habe sie des Geländes verwiesen und erklärt, sie würden den Ablauf stören, berichtete die Tierrettung auf ihrer Facebookseite. Faas entschuldigte sich mittlerweile für seinen möglicherweise zu emotionalen Auftritt. Ein Hausverbot habe er nie ausgesprochen.

Auch sonst räumte die Buga Fehler ein: In der Planung sei trotz Einbeziehung von Experten nicht ausreichend berücksichtigt worden, dass Entenküken den Floßhafen nicht aus eigener Kraft verlassen könnten, heißt es in der Buga-Mitteilung. „Wir bedauern diesen Sachverhalt und haben jetzt eine gute Lösung gefunden“, wird Hanspeter Faas zitiert. Man habe schon in der vergangenen Woche, als die ersten Fälle auftauchten, schmale Holzdielen als Ausstiegshilfe für die Küken am Ufer platziert. Die Tiere hätten diese auch genutzt. Beim Sturm am vergangen Mittwochabend seien sie allerdings ins Wasser gerutscht und hätten nicht mehr zur Verfügung gestanden. Damals war auf dem Gelände ein Schaden in fünfstelliger Höhe entstanden.

Shitstorm für die Blumenschau

Aus Sicht der Buga sei mit den neu gefertigten Ausstiegshilfen die missliche Situation jetzt behoben. Man habe das Veterinäramt der Stadt Heilbronn gebeten, noch behördlich zu prüfen, ob die gefundene Lösung fachlich ausreichend sei.

Für die Buga, die mit 150 000 Besuchern in der ersten Woche eigentlich vielversprechend angelaufen war, hat sich die Entenaffäre derweil zu einem Image-Fiasko entwickelt. Hunderte Besucher äußerten sich erbost auf der Facebookseite der Buga, wobei offenbar etliche Kommentare wieder gelöscht wurden. Die Bewertungen der Schau gingen zunächst in den Keller. Der Geschäftsführer wurde wegen seines „infantilen Geredes“ als „Übelmann“, bezeichnet. Er sei nicht mehr zu halten, mutmaßten einige. Andere riefen zu „Mund-zu-Mund-Antiwerbung“ auf. Aus dem Heilbronner Rathaus gab es zunächst keinen Kommentar.

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