Helfer der Tierrettung Unterland retten aus dem Floßhafen auf dem Heilbronner Buga-Gelände kleine Entenbabys. Foto: privat

Immer wieder drohen Entenbabys in einem künstlichen See auf dem Gelände der Heilbronner Bundesgartenschau zu ertrinken. Jetzt ist es zu einem regelrechten Eklat gekommen.

Heilbronn - Die Szene ist vielen Besucher der Heilbronner Bundesgartenschau (Buga) ans Herzen gegangen – und hat sie schockiert. Acht Entenküken schwimmen aufgeregt im Kreis und versuchen verzweifelt, ihrer rufenden Mutter an Land zu folgen. Doch der 40 Zentimeter hohe Sprung auf die Betonmauer des sogenannten Floßhafens ist zu viel. Immer wieder klatschen sie gegen die Wand. Erst als Helfer der Tierrettung in den künstlichen See steigen und die Küken fangen, findet das Tierdrama ein glückliches Ende.

Eine Woche nach dem Beginn der Buga zeigt sich, dass bei der Vorbereitung der ersten bewohnten Gartenschau (so die Eigenwerbung) die Bedürfnisse der tierischen Bewohner offenbar vergessen wurden. „Wir hatten schon sechs Einsätze in acht Tagen“, sagt der Tierretter Jan Franke. Einmal kam jede Hilfe zu spät. Acht Entenbabys konnten ihr vollgesaugtes Gefieder nicht putzen, wurden schwerer und schwerer und ertranken jämmerlich. Es fehle an Ausstiegshilfen. „Alles was da reinfällt und nicht fliegen kann, egal ob Küken, Hund oder Fuchs, kommt nicht mehr heraus.“

Es gehe ja „nur um Tiere“, sagt Faas

Bei der jüngsten Rettungsaktion kam es dann zum Eklat. Plötzlich habe der Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas vor ihm gestanden und erklärt, dass es sich doch „nur um Tiere“ handle, und die Tierretter gebeten, das Gelände zu verlassen. „Er hat gesagt, wir würden den Betrieb durcheinander bringen“, sagt Franke.

Seit die Tierrettung den Vorfall auf ihrer Facebookseite veröffentlichte, schwant Faas, dass sich das Ganze zu einem wahren Imagefiasko für seine Schau auswachsen könnte. „Wenn das Gespräch emotional verlaufen sein sollte, bedaure ich das“, erklärte er. Natürlich sei die Tierrettung weiterhin willkommen. Auch habe man mittlerweile Ausstiegshilfen ausgelegt. Doch Franke ist nicht zufrieden. „Mit einer Holzlatte aus dem Baumarkt ist es nicht getan.“ Doch bei allem Ärger: die Buga-Enten lasse er auch künftig nicht im Stich.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: