Die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Ein Arbeitsboot schiebt einen schwimmenden Garten vor dem Überlinger Gartenschaugelände in Position. Foto: dpa/Felix Kästle

Was hat sich Überlingen auf die Landesgartenschau gefreut. Es sollte das größte Geschenk zum 1250. Geburtstag der Stadt werden. Doch jetzt ist die Eröffnung in Gefahr. Und auch andere am Bodensee reagieren.

Überlingen - Bei den Machern der Landesgartenschau in Überlingen wachsen die Zweifel, ob der angestrebte Eröffnungstermin am 23. April unter dem Eindruck der aktuellen Coronaepidemie gehalten werden. Zwar gelte die Verordnung der Landesregierung über infektionsschützende Maßnahmen gegenwärtig nur bis zum 19. April. „Ungeachtet dessen spielen wir im Augenblick das Szenario einer Verschiebung der Eröffnung durch“, heißt es in einer schriftlichen Erklärung von Oberbürgermeister Jan Zeitler (SPD) und dem Gartenschaugeschäftsführer Roland Leitner.

Notfalls wird auch das Ende verschoben

Am Donnerstag waren so genannte schwimmende Gärten an ihre Position im Bodensee gezogen worden. Die Arbeiten auf dem direkt am Wasser gelegenen Ausstellungsgelände gingen unvermindert weiter. Ziel sei es, dass die Schau eröffnen kann, sobald es dafür grünes Licht gebe, schrieb die Gartenschaugesellschaft weiter. „Wir sind davon überzeugt, dass die Landesgartenschau Überlingen im Jahr 2020 stattfinden wird, wenn auch unter Umständen in einem anderen Zeitraum als ursprünglich geplant“, erklärten Zeitler und Leitner.

Seit Monaten fiebert die Stadt, die in diesem Jahr auch 1250 Jahre alt wird, der Gartenschau entgegen. Bereits vor Weihnachten waren 10 000 Dauerkarten verkauft. „Was jetzt schon in allen Ausstellungsbereichen zu sehen ist, erfüllt uns mit Freude und Zuversicht, trotz der kritischen Lage und aller gebotenen Schutzmaßnahmen an ein gutes Ende zu glauben“, so Zeitler und Leitner.

Auch auf dem See wird es still

Am Mittwochabend hatte die in Sichtweite von Überlingen auf der anderen Seeseite gelegene Blumeninsel Mainau bekannt gegeben, vorerst nicht zu öffnen. Auch die Kursschifffahrt auf dem Bodensee wird nicht wie geplant am 5. April in die Saison starten. „Wann es losgeht, ist noch offen“, sagte Christopher Pape von den Bodenseeschiffsbetrieben in Konstanz. Die traditionelle Flottensternfahrt am 25. April wurde abgesagt. Der Fährverkehr zwischen Friedrichshafen und dem Schweizerischen Romanshorn wurde nach der Schließung des Romanshorner Zolls bereits bis mindestens zum 19. April eingestellt. Die Fähre zwischen Konstanz und Meersburg verkehrt weiterhin, allerdings tagsüber nur noch im 20-Minuten-Takt.

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