Der Asteroidenlander Mascot fliegt mit der japanischen Raumsonde Hayabusa2 (undatierte Visualisierung) zum Asteroiden 1999 JU 3. Foto: DLR/dpa

Die japanische Raumsonde Hayabusa2 schreibt Raumfahrt-Geschichte: Erstmals sammelt sie Material aus dem Untergrund des Asteroiden Ryugu. Ende nächsten Jahres wird die Sonde auf der Erde zurückerwartet.

Tokio - Die japanische Raumsonde Hayabusa2 hat erfolgreich auf dem rund 340 Millionen Kilometer entfernten Asteroiden Ryugu aufgesetzt. Dort soll sie erstmals Proben unter der Oberfläche eines solchen Himmelskörpers einsammeln. Die japanische Weltraumbehörde Jaxa (Japan Aerospace Exploration Agency) vermeldete jetzt die geglückte Landung und geht von einem Erfolg der Mission aus.

„Die Landung war ein riesiger Erfolg“, sagte Takashi Kubota vom Jaxa-Institut für Raumfahrtwissenschaften. Noch nie zuvor hat eine Sonde Material eines Asteroiden eingesammelt, das nicht der Sonnen- oder kosmischen Strahlung ausgesetzt ist. Hayabusa2 soll Ende kommenden Jahres zur Erde zurückkehren.

Suche nach den Ursprüngen des Sonnensystems

Die Forscher wollen mit der Hayabusa2-Mission, an der sich auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt, den Ursprüngen des Sonnensystems auf die Spur kommen.

Die Raumsonde war erstmals im Februar auf Ryugu gelandet und hatte dabei Proben zunächst von der Oberfläche gesammelt. Daraufhin war sie wieder aufgestiegen.

Im April hatte die Sonde Ryugu dann mit einer Art Projektil beschossen und dabei einen Krater gebildet. Diesmal soll die Sonde das dabei aufgeworfene Material aus dem Untergrund des Himmelskörpers einsammeln.

Der kleine Ziel-Asteroid Ryugu ist nach bisherigen Erkenntnissen unerwartet trocken und eher ein poröser Geröllhaufen aus lose geschichteten Steinen, die an Braunkohle erinnern, als ein kompakter Brocken im Weltall.

Vierjährige Reise bis zum Asteroiden

Die Forscher vermuten, dass darin Spuren aus der Zeit enthalten sind, als das Sonnensystem vor rund 4,6 Milliarden Jahren entstand. Es könnte organisches Material sowie Wasser enthalten, so die Jaxa. Es besteht die Möglichkeit, dass solche Asteroiden einst mit Einschlägen auf der Erde auch Wasser zu unserem Planeten brachten.

Ein Vorgänger-Modell der Hayabusa2 hatte bereits 2010 weltweit erstmals Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht. Die Hayabusa2 startete im Dezember 2014 in Japan und erreichte nach fast vier Jahren im All im vergangenen Juni ihr Ziel.

Landegerät kommt aus Deutschland

Ein vom DLR und der französischen Raumfahrtagentur CNES gemeinsam entwickeltes Landegerät namens Mascot war im vergangenen Oktober auf Ryugu gelandet und hatte diesen Stunden lang erkundet – bis seine Batterie ausging.

Die von Mascot gesammelten Daten könnten wichtige Erkenntnisse über die Entstehung unserer Erde und zur Abwehr von Asteroiden-Einschlägen liefern. Während Mascot auf Ryugu bleibt, geht die Mission der Sonde Hayabusa2 nun weiter. Ryugu steht für den Unterwasserpalast eines Drachenkönigs aus der japanischen Überlieferung.

2024 soll eine Sonde zum Mars fliegen

Auch ein neues Ziel haben die Wissenschaftler schon ins Auge gefasst: die Marsmonde. 2024 wollen DLR, CNES und die japanische Raumfahrtagentur Jaxa mit einer Sonde zu den Himmelskörpern fliegen und fünf Jahre später mit Proben zurückkehren. Am Mittwoch unterzeichneten sie in Bremen einen Vertrag über die „MMX“-Mission. Diese werde sogar noch aufregender als die von Hayabusa2, versprach Jaxa-Präsident Hiroshi Yamakawa.

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