Facebook will verstärkt gegen Rassismus vorgehen. Foto: AP/Richard Drew

Facebook erneuert seine Benutzerregeln. Fortan ist Blackfacing verboten – das Unternehmen will damit gegen Rassismus und Hassrede vorgehen.

Menlo Park - Das Soziale Netzwerk Facebook will verstärkt gegen Rassismus und Hassreden vorgehen. Künftig sollen auch Fotos, die das sogenannte „Blackfacing“ zeigen, sowie antisemitistische Beiträge über mutmaßliche jüdische Weltverschwörungen auf der Plattform verboten sein und entfernt werden, wie das Unternehmen in seinen erneuerten Benutzerregeln (Mittwoch) mitteilte.

Beim „Blackfacing“ schminken sich weiße Menschen das Gesicht schwarz, um Schwarze zu imitieren. Die Praxis war früher vor allem auf der Theaterbühne verbreitet, findet sich aber auch noch heute etwa bei volkstümlichen Traditionen.

Ein prominentes Beispiel dafür ist der flämische Brauch des Nikolaushelfers „Zwarter Piet“, der bei Umzügen in niederländischen Städten auftaucht. Dieser hat traditionell ein schwarz geschminktes Gesicht, rote Lippen und trägt eine Kraushaarperücke. Der Brauch steht allerdings schon länger in der Kritik, da er an die Sklavenausbeutung in den Karibik-Kolonien erinnere. Immer mehr niederländische Städte ersetzen den „Zwarten Piet“ deswegen durch den „Roetveegpiet“, dessen Gesicht nur durch Kaminruß geschwärzt ist oder verzichten ganz auf die Figur.

Bilder von Umzügen mit „Zwarten Pieten“ dürften zukünftig also nicht mehr auf Facebook hochgeladen werden. Laut Unternehmen ist das „Blackfacing“ Teil einer „Geschichte der Entmenschlichung, der Verweigerung der Bürgerrechte und der Versuche, staatliche Gewalt zu entschuldigen und zu legitimieren“. Entsprechende Beiträge verletzten die Würde einzelner Menschen oder Menschengruppen und würden deshalb nach Prüfung von der Plattform gelöscht, hieß es.

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