An dieser Stelle sind zu Gunsten des Radweges Stellplätze für Autos verschwunden. Foto: Nina Ayerle

Für die Radspur zwischen Vaihingen und Kaltental mussten Stellflächen weichen – nicht allen gefällt das. Monika Davidovic verlor durch den neuen Radweg ihren Parkplatz vor dem Haus.

Kaltental - Der neue Fahrradweg zwischen Vaihingen und Heslach hat unter Anwohnern und Nutzern schon für viele Diskussionen gesorgt. Auch Monika Davidovic ist mit einigen Dingen nicht einverstanden. Sie wohnt mit ihrer Familie an der Böblinger Straße, die Ausfahrt von ihrem Grundstück führt direkt auf die Straße. „Wir haben eingeräumt, dass der Radweg für Kaltental richtig, gut und erforderlich ist“, sagt sie. Doch: „Ich finde es ein Unding, dass dafür Parkplätze vernichtet worden sind.“. Zudem sei dies ohne das Wissen der Anwohner geschehen.

Sie wünscht sich nun, dass der Radweg weiter in die Straßenmitte versetzt wird. Bei einigen Häusern weiter oben sei dies so gemacht worden, so dass die Parkplätze dort an der Straßenseite erhalten werden konnten. Darüber hinaus wünscht sich Davidovic, dass ihre Ausfahrt als solche markiert wird. Denn die Sicht auf die Straße, wenn sie rückwärts mit ihrem Auto aus ihrer Ausfahrt fahre, sei sehr schlecht. „Wenn der Radschutzstreifen versetzt wird, erhöht das die Sicherheit für alle“, findet sie. Seit einem Jahr kämpft die Kaltentalerin für ihr Anliegen. Zahlreiche Schriftwechsel und Telefonate hat sie inzwischen mit den zuständigen Ämtern geführt.

Kein Anspruch auf Stellplätze

Im Oktober 2012 hat Davidovic beim Amt für öffentliche Ordnung Widerspruch gegen die Lage des neuen Radschutzstreifens eingelegt. Zudem forderte sie weitere Parkplätze an der Böblinger Straße. Im September 2013 hat ihr das Ordnungsamt mit Verweis auf mehrere voran gegangene Schreiben schriftlich mitgeteilt, dass ihrem Anliegen nicht stattgegeben werden kann.

Die Ablehnung begründete das Ordnungsamt damit, dass es grundsätzlich keinen Anspruch auf öffentliche Stellplätze gebe. Zudem wird in dem Schreiben vom 2. September darauf verwiesen, dass bei einem Ortstermin mit allen beteiligten städtischen Ämtern und der Polizei deutlich geworden sei, dass „im Übergangsbereich der Kurve in die Gerade vom Kfz-Verkehr ein größerer Verkehrsraum benötigt wird“. „Wir haben uns das vor Ort angeschaut und an einer Stelle ist die Beschwerde plausibel“, sagt Bernd Eichenauer, der Leiter der Straßenverkehrsbehörde beim Amt für öffentliche Ordnung auf Nachfrage dieser Zeitung.

Die Planungen seien nun diesbezüglich geändert, die Sichtweite vor den betroffen Häusern habe sich damit verbessert. Einen geänderten Plan habe man der Anwohnerin zukommen lassen. „Damit zeigte sie sich aber nicht einverstanden“, sagt Eichenauer. Aus der Sicht des Ordnungsamtes habe man aber nun an dieser Stelle der Verkehrssicherheit Rechnung getragen.

Regierungspräsidium eingeschaltet

Auch ein Besuch im Bezirksbeirat Süd von Monika Davidovic im vergangenen Monat sowie ein Vor-Ort-Treffen mit Bezirksvorsteher Rupert Kellermann trugen nicht dazu bei, die Situation zu befrieden. Während Kellermann einige Bedenken der Anwohnerin in Sachen Verkehrssicherheit teilt und die entsprechenden Anregungen mit dem Ordnungsamt besprochen hat, sieht er in einer Sache für Davidovic keine Chance. „Niemand hat ein Anrecht auf einen Parkplatz vor seiner Haustür“, sagt Kellermann. Da die Bürgerin ihren Widerspruch nicht zurückgenommen hat, befasst sich nun das Regierungspräsidium damit.

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