Die umstrittene Überquerung der Panzerstraße nimmt weiter Gestalt an. Im Spätsommer soll der 3,5-Millionen-Bau beginnen und im August 2023 fertig sein. Zuvor wurden 3000 Quadratmeter Wald abgeholzt.
Der Landkreis treibt den Bau der Fahrradbrücke über der Panzerstraße zwischen Böblingen und Schönaich weiter voran. Dabei stand ein Baubeginn im Februar dieses Jahres noch auf der Kippe. Für das imposante Bauwerk mussten nämlich an dieser Stelle insgesamt 30 Ar Wald gefällt werden. Das allerdings bis spätestens 28. Februar, da danach die Vegetationsperiode beginnt. Da die Fläche auf Böblinger Markung liegt, musste dafür der Böblinger Gemeinderat grünes Licht geben.
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Doch die Anfrage aus dem Landratsamt habe die Stadt erst im Januar dieses Jahres erreicht – dann aber mit der Bitte, dies unverzüglich beschließen zu lassen. Ansonsten hätte sich das Projekt wohl um ein ganzes Jahr verzögert. Problem: Für die abgeholzte Fläche müsste eigentlich Wald im Stadtgebiet aufgeforstet werden als Ausgleichsmaßnahme.
Ersatzwald wird in Aidlingen statt Böblingen gepflanzt
Diese Fläche ließ sich allerdings auf die Schnelle nicht finden, weshalb man sich Mitte Februar in letzter Minute auf einen Kompromiss mit dem Landkreis einigte: Aufforstung in Aidlingen. Der Gemeinderat betonte damals, dies sei eine „absolute Ausnahme“. Auch der Böblinger OB Stefan Belz monierte, das Vorgehen des Kreises sei „nicht die feine englische Art“ gewesen. Nach der Freigabe aus dem Böblinger Gemeinderat trieb der Landkreis die Brückenplanung weiter voran, jetzt gab der Kreistag grünes Licht, den Bau im April auszuschreiben.
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Für das geschwungene Bauwerk auf Stahlstützen sind 3,5 Millionen Euro Kosten veranschlagt. Davon übernimmt allerdings 90 Prozent das Land Baden-Württemberg im Zuge des Ausbaus des Radschnellwegs nach Stuttgart. Von Spätsommer dieses Jahres an soll gebaut werden, im August 2023 die ersten Radler Richtung Heuwegflosche rollen. Die Brücke sei notwendig, da die Verkehrsbelastung auf der Panzerstraße von derzeit rund 20 000 Fahrzeugen pro Tag noch weiter steigen dürfte. Grund: Die US Army plant, auf dem Kasernengelände einen großen Supermarkt für Lebensmittel zu bauen, der viele Armeeangehörige aus dem Raum Stuttgart versorgen soll. Dann rechnen die Verkehrsplaner mit bis zu 30 000 Autos pro Tag – einer Steigerung um 50 Prozent.