Woo-yeong Jeong hat mit der U-23-Auswahl Südkoreas das Fußballturnier der Asienspiele gewonnen. Der Finalsieg gegen Japan war einer mit besonderer Bedeutung – auch für den Profi des VfB Stuttgart ganz persönlich.
Die Mannschaft des VfB Stuttgart hatte am Samstagnachmittag viel zu feiern. Den 3:1-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg, die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga und natürlich die drei Treffer, die Serhou Guirassy mal wieder erzielt hat. Aber als das Team des Trainers Sebastian Hoeneß nach der Ehrenrunde in der Umkleidekabine saß, dachten sie auch an einen Kollegen, der am 3:1 (Liveticker und Statistiken) gegen die Wölfe zwar unbeteiligt gewesen, dessen Erfolg am Samstag aber noch ein wenig bedeutsamer war.
Per Videocall, so berichtete es Hoeneß, war das VfB-Team mit Woo-yeong Jeong in Kontakt – und gratulierte dem Südkoreaner zum Gewinn des Fußballturniers bei den Asienspielen. Und nicht nur dazu. Denn durch diesen Erfolg der U-23-Auswahl Südkoreas sind die daran Beteiligten vom 20-monatigen Militärdienst befreit, der ansonsten Pflicht gewesen wäre für Jeong und seine Kollegen. Nun reicht es, wenn sie mehrere Wochen ihren Dienst tun. „Ich freue mich enorm“, sagte Sebastian Hoeneß, der den Mittelfeldspieler schon sehr lange kennt, „das macht den Tag doppelt schön.“
Nachschlag für den SC Freiburg
Mehrere Wochen fehlte Jeong dem VfB Stuttgart zuletzt, nachdem er zu Saisonbeginn einen Stammplatz im offensiven Mittelfeld erobert hatte. In China fanden die Asienspiele statt, bei denen für die südkoreanischen Kicker auch persönlich so viel auf dem Spiel stand. Bei 20 Monaten Militärdienst im besten Fußballalter kann eine Karriere schließlich durchaus ins Stocken geraten – und danach deutlich an Fahrt verlieren.
Dieses Risiko besteht für den VfB-Profi, der vor der Saison vom SC Freiburg nach Stuttgart gekommen war, nicht mehr. „Jetzt kann er sich voll auf sich, auf uns und auf seine Karriere konzentrieren“, sagte Hoeneß. Zudem hat Jeong in China richtig starke Leistungen gebracht und acht Treffer erzielt. Den letzten davon im Finale gegen Japan. Der 24-Jährige traf zum 1:1, am Ende siegten die Südkoreaner 2:1.
Beim VfB freut man sich nun auf die Rückkehr des Offensivmannes, dessen Position derzeit an Enzo Millot vergeben ist. Allerdings müssen sich die Teamkollegen in Stuttgart noch etwas gedulden. Denn in der nun anstehenden Länderspielpause bestreitet Jeong auch noch zwei Testspiele gegen Tunesien und Vietnam. Und: Die Clubkasse belastet dessen Erfolg bei den Asienspielen auch noch.
2,8 Millionen Euro hat der VfB bislang an den SC Freiburg für Woo-yeong Jeong bezahlt, mögliche Bonuszahlungen wurden bei dem Deal allerdings auch in den Vertrag verhandelt. Dadurch, dass der Südkoreaner dem VfB nun nicht monatelang fehlen wird, steigt der Sockelbetrag wohl um rund eine Million Euro.