Das sind nicht die Beatles, sondern das ist die WLB-Truppe von Backbeat. Foto:  

Gefühlt mehr als die halbe Aufführung singt und spielt das Ensemble Beatles-Songs live auf der Bühne. Zur Premiere von Backbeat wird die Württembergische Landesbühne zum Musikklub.

Esslingen - Es geht um die Beatles, klar, das lässt sich schon am Titel ablesen. Aber die Premiere von „Backbeat – die Beatles in Hamburg“ an der Württembergischen Landesbühne in Esslingen am Donnerstag, 6. Juni (Beginn: 19.30 Uhr; Schauspielhaus), richtet sich nicht nur an die hart gesottenen, in die Jahre gekommenen Zeitzeugen im Publikum, sondern auch an die Nachgeborenen. „Das ist ein Stück für alle, die Spaß an einer Erzählung über eine junge Band haben, die den Durchbruch geschafft hat“, sagt Stephanie Serles, die für die Dramaturgie von „Backbeat“ verantwortlich zeichnet.

Wobei die Betonung auf Spaß und auf Erzählung liegt. „Es ist keine Dokumentation über die Beatles, sondern eine fiktionale Geschichte, in der Personen und Orte dramaturgisch verdichtet sind“, sagt Stephanie Serles. Angelehnt an den gleichnamigen, im Jahr 1994 gedrehten Spielfilm von Iain Softley und Stephen Jeffreys blendet Backbeat zurück ins Jahr 1960. Die jungen Musiker John Lennon, gespielt von Felix Jeiter, Paul McCartney (Benjamin Janssen), George Harrison (Moritz Finn Kleffmann), Stuart Sutcliffe (Daniel Großkämper), Pete Best und Ringo Starr (Timo Beyerling in einer Doppelrolle) treten ihr Engagement in einem herunter gekommenen Hamburger Musiklub an. Die Bezahlung ist mies, die Unterkunft schäbig und der Applaus sparsam – und trotzdem ist es die laut George Harrison beste Zeit der Jungs aus Liverpool.

Die Band spielt sich die Seele aus dem Leib

Die Band spielt sich die Seele aus dem Leib und wandelt sich, von Klub zu Klub aufsteigend, langsam zum angesagten Geheimtipp. Nicht wenig Anteil daran hat die junge Fotografin Astrid Kirchherr (Alessandra Bosch), die mit ihren Hamburger Szenefreunden dafür sorgt, dass die Beatles schließlich vor einem Publikum auftreten, das ihre Musik zu schätzen weiß.

Neben dem Aufstieg der Band ist die Geschichte von Astrid Kirchherr und dem als „fünftem Beatle“ in die Geschichte eingegangenen und früh gestorbenen Stuart Sutcliff der zweite Erzählstrang von Backbeat. Gegen den Willen von John Lennon wendet sich Sutcliffe, der mit Lennon an der Kunstakademie studiert hat, wieder der Kunst zu. Als Sutcliffe dann auch noch die ersten Schallplattenaufnahmen verpasst, kommt es zum Streit.

28 Beatles-Nummern live auf der Bühne

„Das Stück hört da auf, wo die Erfolgsgeschichte der Beatles erst richtig beginnt“, sagt der Regisseur, Marcel Keller. Auf die weltbekannten Hits der Fab Four muss das Publikum deshalb trotzdem nicht verzichten. „Gefühlt ist das Verhältnis von Musikstücken zu klassischen Spielszenen 60:40“, sagt Marcel Keller unter Hinweis auf die insgesamt 28 Musiknummern, die die Schauspieler live auf die Bühne bringen.

Unter der Anleitung von Wolfgang Fuhr, dem musikalischen Leiter, hat das Ensemble ein Jahr lang geübt, um dem Sound der Beatles nahe zu kommen. „Das Publikum kann so auch teilhaben am Entstehen der Musik“, sagt Fuhr. Indem die musizierenden Schauspieler die Entwicklung der Beatles von der Coverband hin zum eigenen Sound nachzeichnen, hätten sie im vergangenen Jahr die gleiche musikalische Entwicklung durchgemacht wie die jungen Beatles, sagt Fuhr. Was dabei herausgekommen ist, können die WLB-Besucher nicht nur zur Premiere am Donnerstag, sondern auch an zwei weiteren Vorstellungen am Samstag, 8. Juni und am Samstag 20. Juli, nachprüfen.

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