„Der Umgang mit Menschen liegt mir“, sagt Gabriele Weber. Foto: Bernd Zeyer

Sie spielt mehrere Instrumente, singt und hat ein Faible fürs Malen: Gabriele Weber, die neue Präventionsbeamtin des Zuffenhäuser Polizeireviers, möchte mit den Jugendlichen auf Augenhöhe umgehen.

Zuffenhausen - Wenn man sich einige Minuten mit Gabriele Weber unterhält, dann würde man sie wohl am Ehesten in einem künstlerischen Beruf vermuten. Die 50-Jährige singt, spielt mehrere Instrumente und hat auch ein Faible fürs Malen. Doch weit gefehlt: Die Polizeihauptmeisterin ist die neue Präventionsbeamtin des Reviers 7 und als solche Nachfolgerin von Werner Mast.

„Eigentlich wollte ich zunächst nur die Ausbildung bei der Polizei machen“, erzählt Weber. 1969 in der Stadt Conception in Chile geboren, kam sie mit zwei Monaten nach Deutschland. Als junge Frau probierte sie einige Jobs aus und machte auch viele Reisen. Doch dann wollte sie etwas „Vernünftiges“ machen, zur Auswahl standen Bundeswehr und Polizei. Damals, Anfang der 1990er Jahre, gab es bei den Streitkräften allerdings so gut wie keine Möglichkeiten für Frauen, es blieben also die Ordnungshüter. Im März 1992 begann Weber, damals gute 23 Jahre alt, ihre Ausbildung bei der Polizei. „Altersmäßig war ich die Oma bei mir im Zug“, erinnert sie sich heute. Während der zweieinhalbjährigen Ausbildung merkte sie, dass ihr der Beruf sehr gefiel und sie entschied schließlich, bei der Polizei zu bleiben. „Der Umgang mit Menschen liegt mir“, sagt sie und fügt hinzu: „Ein gewisses Rechtsempfinden hatte ich schon immer.“

Regelmäßig zu Gast an Schulen und in Seniorenheimen

Ihr weiterer beruflicher Weg führte Weber von Biberach nach Reutlingen und 1998 schließlich nach Stuttgart, wo sie zuletzt im Revier Wolframstraße Dienst tat. Nach Zuffenhausen kam die Mutter zweier 16- und 18-jähriger Kinder dann im November 2019. Kurz zuvor hatte es die Polizistin mit einem großen Cyber-Mobbing Fall an einem Gymnasium zu tun. „Das war eine wertvolle Erfahrung“, sagt Weber, sie habe gemerkt, wie gern sie mit Jugendlichen zusammenarbeite. Genau das wird eine ihrer Hauptaufgaben als Präventionsbeamtin sein. Sie wird regelmäßig an den Schulen über die Gefahren von Sucht, Gewalt und Mobbing aufklären, aber auch Altenheime besuchen, um dort vor Trickbetrügern zu warnen. Nicht zuletzt dank des Engagements von Werner Mast ist Zuffenhausen stuttgartweit beim Thema Prävention spitze. Dass die Fußspuren ihres Vorgängers sehr groß sind, weiß Weber. Sie hat aber genug Selbstbewusstsein, um zu sagen: „Ich mache meine eigenen Fußspuren.“

Besonders beklagenswert findet die Beamtin den Umgangston der Jugendlichen. Ein weiteres Problem sei das Kiffen, hier werde die Klientel immer jünger, mittlerweile würden schon Zehnjährige dealen. Was die ältere Generation angeht, so seien Enkeltrick und falsche Polizisten immer stärker zunehmende Kriminalitätsbereiche. Es gebe aber auch ein generationenübergreifendes Problem: „Der Respekt vor anderen nimmt in der Gesellschaft mehr und mehr ab.“ Wichtig sei es, das Vertrauen der Heranwachsenden zu gewinnen. „Man muss mit den Jugendlichen auf Augenhöhe sprechen und sie respektieren“, sagt die 50-Jährige.

Dass ihr Vorgänger allseits bekannt und beliebt ist, daran wird Weber hin und wieder erinnert. Als sie sich beispielsweise an einer Schule als neue Präventionsbeamtin vorstellte, wurde sie von den Mädchen und Buben mit folgenden Worten begrüßt: „Guten Morgen, Frau Mast.“

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