Warten vor dem Wählen: Schlange beim „early voting“ in Los Angeles am Sonntag. Weil der Andrang für das vorzeitige Wählen so groß war, haben manche Menschen laut eines Sprechers mehr als zwei Stunden lang gewartet. Foto: AP

In 37 Bundesstaaten können US-Bürger per Brief oder persönlich schon vor dem 8. November wählen – etwa 21 Millionen haben das bereits getan. Was bedeutet „early voting“ für die Präsidentschaftswahl? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Washington - Etwa 21 Millionen Menschen haben in den USA bereits vorzeitig ihre Stimme abgegeben. Das entspricht etwa neun Prozent aller Wahlberechtigten. Vorzeitiges Wählen – je nach Bundestaat in unterschiedlicher Form – ist in 37 Bundesstaaten möglich.

Welcher Anteil der Bevölkerung hat schon gewählt?
Etwa 18 Millionen US-Amerikaner hatten laut CNN bis zum vergangenen Freitag bereits gewählt. Der vergangene Freitag war deshalb wichtig, weil der Chef des Nachrichtendiensts FBI an diesem Tag bekannt gab, dass weitere Emails aufgetaucht seien, die möglicherweise in Verbindung mit Hillary Clintons Nutzung eines privaten Email-Servers stünden. Das FBI will diese Emails nun untersuchen. In den USA ist diese „October Suprise“ derzeit das beherrschende Thema in den Medien. Bis Sonntag war die Zahl der „early voters“ laut der „New York Times“ bereits auf 21 Millionen gestiegen. Das entspricht etwa neun Prozent aller Wahlberechtigten, da 2016 insgesamt rund 226 Millionen Menschen wahlberechtigt sind.
Wie schneiden Trump und Clinton bisher ab?
Interessant sind bei den vorzeitigen Wahlen vor allem die US-Bundesstaaten, die entscheidend für den Wahlausgang sein könnten. In Florida ist das am wahrscheinlichsten, hat der Statistik-Blog „Fivethirtyeight“, der Teil des Online-Angebots der „New York Times“ ist, ermittelt. Weitere wichtige „Battle Grounds“ – also Staaten, in denen das Ergebnis noch relativ ungewiss ist – sind demnach unter anderem North Carolina, Ohio und Colorado. In Florida haben laut CNN bisher mehr registrierte Anhänger der Republikanischen Partei ihre Stimme agegeben, der Vorsprung schrumpft aber. In Colorado führen die Demokraten – im Gegensatz zu 2012, als zu diesem Zeitpunkt die Republikaner vorne lagen. In North Carolina liegen ebenfalls die Demokraten vorn. In Ohio liegen bislang die Republikaner vorn.
Wie aussagekräftig sind die vorzeitig abgegebenen Stimmen?
Nur begrenzt, da die Daten lediglich zeigen, für welche Partei die Wähler registriert sind – aber nicht, wen sie tatsächlich gewählt haben. Zudem gibt es Millionen Wähler, die für keine der beiden großen Parteien offiziell registriert sind. Auf der anderen Seite wird das „early voting“ jedoch zunehmend wichtiger, weil der Anteil der Wähler wächst, die diese Option wahrnehmen: Waren es laut NPR im Jahr 2000 noch weniger als einer von fünf Wählern, könnten dieses Jahr Vorhersagen zufolge etwa 35 bis 40 Prozent der Wähler vorzeitig ihre Stimme abgeben.
Welchen Einfluss haben die neuen Entwicklungen in Clintons Email-Affäre bislang auf die Wahl?
Seit der Bekanntgabe des FBI-Chefs, dass neue Emails aufgetaucht sind, die möglicherweise über Clintons privaten Server liefen und die das FBI untersuchen will, sind erst wenige Tage vergangen. Deshalb gibt es bislang nur wenige Umfragen mit Datenmaterial, das nach dieser Bekanntgabe erhoben wurde. Von acht solcher Umfragen, die der Statistik-Blog Fivethirtyeight gefunden hat, zeigten zwei eine leichte Veränderung des Ergebnisses hin zu Trump, eine Umfrage hin zu Clinton. Bei dem Rest blieb das Ergebnis unverändert. Das muss zwar nicht heißen, dass die Neuigkeiten in der Email-Affäre Clinton in den letzten Tagen vor der Wahl nicht noch schaden könnte. Insgesamt liegt Clinton aber derzeit weit vorne: Die „New York Times“ bezifferte die Wahrscheinlichkeit, dass Clinton Präsidentin werde, in ihrer Wahl-Modellrechnung basierend auf den aktuellen Umfragewerten am Montag auf 90 Prozent.
Welchen Einfluss haben die neuen Entwicklungen in Clintons Email-Affäre auf den Wahlausgang?
Seit der Bekanntgabe des FBI-Chefs, dass neue Emails aufgetaucht sind, die möglicherweise über Clintons privaten Server liefen und die das FBI untersuchen will, sind erst wenige Tage vergangen. Deshalb gibt es bislang nur wenige Umfragen mit Datenmaterial, das nach dieser Bekanntgabe erhoben wurde. Von acht solcher Umfragen, die der Statistik-Blog Fivethirtyeight gefunden hat, zeigten zwei eine leichte Veränderung des Ergebnisses hin zu Trump, eine Umfrage hin zu Clinton. Bei dem Rest blieb das Ergebnis unverändert. Das muss zwar nicht heißen, dass die Neuigkeiten in der Email-Affäre Clinton in den letzten Tagen vor der Wahl nicht noch schaden könnte. Insgesamt liegt Clinton aber derzeit weit vorne: Die „New York Times“ bezifferte die Wahrscheinlichkeit, dass Clinton Präsidentin werde, in ihrer Wahl-Modellrechnung basierend auf den aktuellen Umfragewerten am Montag auf 90 Prozent.
  
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