Sport machen und Müll sammeln: Jugendliche haben sich zum Plogging in Stuttgart getroffen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Leere Bierflaschen, Plastikmüll und Zigarettenkippen sammeln und dabei Sport machen: Das Jugendteam von Unicef Stuttgart hat einen Plogging-Spendenlauf im Schlossgarten veranstaltet.

Stuttgart - Gleichzeitig etwas für den Körper und für die Umwelt tun: Das macht das sogenannte Plogging möglich. Plogging setzt sich aus dem schwedischen Wort „plocka“ (deutsch: aufheben) und Jogging zusammen und meint konkret, dass man beim Joggen auch Müll aufsammelt. Der Trend stammt aus Schweden und setzt sich seit dem vergangenen Jahr auch in immer mehr deutschen Städten durch.

Das Jugendteam der Kinderhilfsorganisation Unicef Stuttgart hat sich dem Plogging ebenfalls angenommen und daraus einen Spendenlauf im Schlossgarten gemacht. Pro gelaufenem Kilometer fließen drei Euro in vom Klimawandel besonders stark betroffene Gebiete: In das von Zyklon „Idai“ heimgesuchte Malawi und das von Dürre geplagte Somalia.

Die Teilnehmer des Unicef-Laufs, den die Stuttgarter Zeitung finanziell unterstützt, haben am Samstag mit Handschuhen und Müllsäcken ausgestattet, Zigarettenkippen, Plastikmüll und leere Bierflaschen im Schlossgarten aufgesammelt. Doch die Hitze macht den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Bei 36 Grad treten am Samstagnachmittag nur 13 Läufer an. Die sammeln dafür umso fleißiger, wenn auch nicht immer joggend. „Es ist einfach zu heiß und wenn ich langsamer laufe, sehe ich mehr Müll“, erklärt einer der Teilnehmer, von denen keiner älter als 25 Jahre ist.

Instagram-Tipps für einen plastikfreien Alltag

Eingeladen waren laut der Organisatorin Felicia Graubner vom Unicef Junior-Team aber alle Altersklassen. Gekommen sind dann vor allem die, die sich bereits an anderen Müllsammel-Aktionen beteiligen. Wie zum Beispiel eine 25-jährige Läuferin, die im sogenannten Cleanup-Network aktiv ist: eine Initiative des Stuttgarters Thomas Venugopal, die deutsche Städte sauberer machen will.

Vom Cleanup-Network und der Fridays-For-Future-Bewegung, deren Mitglieder ebenfalls regelmäßig Müll sammeln, ließ sich auch das Unicef-Team inspirieren. Zudem starteten die Jugendlichen im Vorfeld eine Aktion auf Instagram mit Tipps für einen plastikfreien Alltag. Passenderweise bekam das vierköpfige Gewinnerteam des Laufs, das rund vier Kilometer zurückgelegt und mehrere prall gefüllte Müllsäcke gesammelt hat, ein Nachhaltigkeits-Starterset als Preis. Das beinhaltet unter anderem wiederauffüllbare Trinkflaschen und Zahnbürsten aus Holz. Einen Plogging-Spendenlauf will das Unicef-Team in Stuttgart wieder organisieren. Allerdings nicht im Hochsommer.

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