Für die Umweltverbände ist auch nach einem neuen Gutachten noch lange kein Licht am Ende des Tunnels. Foto: LICHTGUT/Max Kovalenko

Nach der Vorstellung eines neuen Gutachtens zur Strecke gibt es harte Vorwürfe gegen die Stadt Stuttgart. Ist eine angebliche Behinderung des Wohnungsbaus nur vorgeschoben?

Den Anrainerkommunen hat ein in dieser Woche vorgestelltes Gutachten die Hoffnung genommen, dass die Gäubahn zwischen der geplanten Eröffnung von Stuttgart 21 im Jahr 2025 und deren für 2032 angestrebten Anbindung über den Flughafen an den Hauptbahnhof offen bleiben kann. Doch Umweltverbände im Land geben den Widerstand gegen deren Kappung nicht auf. Eine vom Landesverkehrsministerium unterstützte Notlösung, bei der Regionalzüge Richtung Horb und Rottweil durch Express-S-Bahnen ersetzt werden und durch den S-Bahn-Tunnel nach Stuttgart fahren, stellt sie nicht zufrieden.

 

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der Fahrgastverband Pro Bahn und der Landesnaturschutzverband fordern, dass der künftige Stuttgarter Hauptbahnhof an die Strecke nach Zürich angebunden bleibt. Insbesondere für Fernverkehrsfahrgäste sei der Umstieg auf die S-Bahn nicht zumutbar. „Fast die Hälfte von ihnen werden bei einer solchen Lösung verloren gehen“, sagt Mathias Lieb, Landesvorsitzender des VCD. Rund 5000 Menschen am Tag seien betroffen.

Umplanung angeblich möglich

Die Bahn könne nach beim für Sommer 2025 geplanten Anschluss der S-Bahn an die neue Station Mittnachtstraße problemlos ein Bauverfahren anwenden, bei dem die Anbindung erhalten bleibe. Dann gehe es nur um einen technisch einfachen Weiterbetrieb eines 3,4 Kilometer langen Abschnitts für drei bis vier Züge die Stunde.

Das Argument der Stadt Stuttgart, dass ein Weiterbetrieb den Wohnbau auf dem ehemaligen Bahnhofsareal behindere, gelte nicht, sagt Stefan Frey vom Landesnaturschutzverband in Stuttgart: „Bis 2031 wird gar kein Städtebau stattfinden“. Stuttgart verfolge mit Scheuklappen eigene Interessen: „Folgen für andere Kommunen und Fahrgäste werden ausgeblendet.“ Bahn und Stadt liefen das Risiko, dass ein von der Deutschen Umwelthilfe angestrengtes Gerichtsverfahren sie zwinge, die Strecke zu erhalten.