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Trotz des Streiks bei der Lufthansa ist das Chaos am Stuttgarter Flughafen am Montag ausgeblieben.

Stuttgart - Trotz des Pilotenstreiks bei der Lufthansa ist das Chaos am Stuttgarter Flughafen am Montag ausgeblieben. Am Morgen sei es sogar ruhiger gewesen als üblicherweise, sagte Flughafen-Sprecher Volkmar Krämer. Bis Mittag mussten die Lufthansa und ihre Tochter Germanwings zahlreiche Flüge streichen. Konzern-Sprecher sagten, der veröffentlichte Sonderflugplan werde eingehalten.

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Bei Lufthansa sollten in Stuttgart am Montag mit 13 bestreikten Maschinen rund ein Viertel der 50 planmäßigen Flüge entfallen. Die Lufthansa-Tochter Germanwings wird auf 7 von 24 Flügen und damit ein Drittel ihrer geplanten Maschinen verzichten.

Die Lage bei der Abfertigung der Passagiere von Deutschlands größter Fluggesellschaft in Terminal 1 sei entspannt, sagte der Flughafensprecher. "Vom Streikchaos keine Spur." Auch die Deutsche Bahn stellte in den Fernzügen ab Stuttgart keinen erhöhten Ansturm fest. "Trotz Streiks reichen die üblichen ICE am Morgen", sagte ein Bahnsprecher.

Lufthansa wehrt sich gerichtlich

Die Lufthansa wehrt sich indes vor Gericht gegen den Streik ihrer Piloten. Das Unternehmen reichte nach eigenen Angaben am Montag einen Antrag auf einstweilige Verfügung ein. Der Streik sei unverhältnismäßig und Lufthansa verpflichtet, Schaden von Unternehmen, Mitarbeitern und Aktionären abzuwenden, sagte Lufthansa- Sprecher Andreas Bartels. Das Arbeitsgericht Frankfurt wollte noch am späten Montagnachmittag darüber verhandeln. Mit einer Entscheidung sei voraussichtlich noch am selben Tag zu rechnen, sagte Gerichtssprecher Frank Woitaschek.

Die Pilotenvereinigung Cockpit hatte um Mitternacht ihren auf vier Tage angelegten Streik begonnen und große Teile des Lufthansa- Flugverkehrs lahmgelegt. Rund 4000 Piloten sind zum Streik aufgerufen. Nach einem Sonderflugplan der Lufthansa würden rund 3200 Flüge bis einschließlich Donnerstag ausfallen. Es wäre der größte Streik in der Geschichte der deutschen Luftfahrt.

In dem Tarifkonflikt geht es um Geld, Arbeitsplatzsicherung und Einfluss auf die Firmenpolitik. Die Gewerkschaft will verhindern, dass durch billigere Lufthansa-Töchter vor allem im Ausland eine innerbetriebliche Konkurrenz entsteht. Daher verlangt sie auch Mitsprache bei den Auslandstöchtern. Lufthansa hält dies für unzulässig. Eine Annäherung war am Montag nicht in Sicht.

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