Germanwings-Schalter am Stuttgarter Flughafen. Foto: dpa

Kaum ist der Streik der Lokführer beendet, legen die Piloten ihre Arbeit nieder. Die Lufthansa-Tochter Germanwings wird bestreikt. In Stuttgart fallen vor allem Inlandsverbindungen aus.

Stuttgart - Nach dem Streik ist vor dem Streik: Nach den Lokführern sind am Donnerstagmittag die Piloten von Germanwings in den Ausstand gegangen. Im Südwesten besonders betroffen ist Stuttgart: Obwohl die Lufthansa-Tochter einen Ersatzflugplan ausgearbeitet hat, bleiben am Echterdinger Flughafen viele Maschinen am Boden.

"In Stuttgart wurden 21 Ankünfte und 21 Abflüge gestrichen", sagte eine Flughafensprecherin. Dabei handele es sich vor allem um innerdeutsche Flüge, allerdings seien auch vereinzelt Verbindungen ins Ausland dabei: "Mailand zum Beispiel oder Wien." Von Chaos war am Flughafen aber wenig zu merken: "Es ist eher ruhiger als sonst. Die meisten Passagiere haben sich vorab informiert, ob ihr Flug geht und sind dann erst gar nicht zum Flughafen gekommen."

In Stuttgart waren Verbindungen zwischen der Landeshauptstadt und Berlin, Hamburg, Dresden sowie Hannover den Angaben zufolge betroffen - ebenso drei Flüge ins europäische Ausland. Am Freitag dürfte es nach Angaben der Sprecherin des Flughafens Stuttgart voraussichtlich aber zu keinen weiteren Ausfällen kommen.

Am Bodensee-Airport waren jeweils ein An- und Abflug betroffen. Reisende des Baden-Airparks konnten indes unbesorgt sein: Germanwings-Flüge werden dort über Eurowings abgewickelt und somit nicht bestreikt.

Bundesweit fielen rund 100 Flugverbindungen aus. Rund 13.000 Passagiere sind betroffen.

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Gestrichene Verbindungen könnten auf der Germanwings-Homepage kostenlos umgebucht oder storniert werden, teilte die Fluglinie mit. Schwerpunkt bei der Flugplanung sei es, die Urlauber aus dem Mittelmeerraum zurückzubringen, sagte ein Germanwings-Sprecher. Schlecht sieht es bei den Inlandsflügen aus, die Fluglinie stellt Bahngutscheine aus.

Streit um Übergangsrenten

In dem Tarifkonflikt geht es um die künftigen Übergangsrenten für 5400 Piloten und Co-Piloten der Fluggesellschaften Lufthansa, Lufthansa-Cargo und Germanwings. Die Lufthansa hat die bisherigen Regeln zum Jahresende 2013 gekündigt. Sie will erreichen, dass die Piloten frühestens mit 60 (bislang 55) Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen können.

Die Gewerkschaft erklärte, Lufthansa habe alle Kompromissvorschläge im Konflikt um die Übergangsrente der Piloten nicht aufgegriffen und mauere weiter. „Deswegen müssen sich die Kunden in der nächsten Zeit auf weitere Streiks einstellen“.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) rief die Tarifparteien zu einer schnellen Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Nur dort könnten Ergebnisse erzielt werden, sagte Dobrindt am Mittwoch in Berlin. „Deshalb sollte man zügig versuchen, diesen wieder aufzusuchen.“ Streiks gehörten zur Tarifautonomie, allerdings solle die Zahl betroffener Dritter bei Auseinandersetzungen möglichst gering gehalten werden.

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