Trubel beim Bietigheimer Pferdemarkt Foto: factum/Granville

Volles Festzelt, volle Tribünen, voller Rummelplatz – beim Pferdemarkt herrscht traditionell Ausnahmezustand in Bietigheim-Bissingen. Am Sonntag quetschten sich die Massen durch das Festgelände am Viadukt, insgesamt werden bis Dienstag 250 000 Besucher erwartet.

Bietigheim-Bissingen - Es soll ja Menschen in Bietigheim-Bissingen geben, die das Jahr in genau drei Jahreszeiten einteilen: vor dem Pferdemarkt, Pferdemarkt, nach dem Pferdemarkt. So gesehen befindet sich die Stadt gerade in der zweiten Jahreszeit, und das heißt: Ausnahmezustand. Mit einem kräftigen Schlag auf den Zapfhahn hat der Oberbürgermeister Jürgen Kessing die 83. Auflage des Traditionsfests am Freitagabend eröffnet, rund 250 000 Besucher werden bis Dienstag erwartet. „Vergangene Woche waren wir beim Schäferlauf in Markgröningen, jetzt sind wir hier – das ist für die Familie richtiger Feierstress“, sagt eine ältere Dame und lacht, während sie am Sonntagnachmittag ihrer Enkelin beim Ponyreiten zuschaut.

Das Fest hat eine lange Tradition – und die Pferde stehen noch immer im Mittelpunkt

Stressig ist die Atmosphäre auf der südlichen Seite des Festgeländes entlang der Enz allerdings nicht gerade, eher entspannt. Auf dem Turnierplatz messen sich die Profis vor gut besetzten Tribünen, nebenan reiten Kinder, hier stehen tatsächlich noch die Pferde im Mittelpunkt. Immerhin war der Markt einst eine große Handelsbörse für Rösser. In seiner heutigen Form findet das Fest seit 1925 statt, das Reitturnier gibt es seit dem Jahr 1979.

Laut und trubelig wird es erst, wenn man durch den Viadukt hindurch zum Rummelplatz läuft: mit Riesenrad, Geisterbahn, Karussells und großem Festzelt. Eine „lebendige Atmosphäre“ hatte der Oberbürgermeister den Besuchern im offiziellen Programmheft versprochen, und lebendig ist hier eher noch untertrieben. Und während auf Wasen und Wiesn jedes Jahr über die ewig steigenden Bierpreise gestritten wird, echauffiert sich der typische Pferdemarkt-Besucher lieber über den vermeintlichen Mandelwucher: „Drei Euro für hundert Gramm gebrannte Mandeln, ein Wahnsinn ist das inzwischen“ schimpft ein junger Vater. Dem Sohnemann ist das egal, ihm schmeckt’s, und für eine Fahrt im Autoskooter reicht das Geld von Papa ja noch. Ob es der Kleine am Sonntag tatsächlich bis zum Ende, also bis zum großen Feuerwerk, durchgehalten hat, ist nicht überliefert.

Montag An diesem Montag beginnt der Pferdemarkt um 9 Uhr mit der Prämierung der Zuchtpferde, Gebrauchs-, Reit- und Händlerpferde. Ein absoluter Höhepunkt ist um 14 Uhr der Festzug mit Pferden, Festwagen, Trachtengruppen und Musikkapellen. Der Zug verläuft von der Kronenbergstraße über die Löchgauer Straße, Karl-Mai-Allee, Hillerstraße, Hauptstraße und Holzgartenstraße zum Festplatz. Um 15 Uhr werden dort die Preise für die Festwagen verliehen.

Dienstag
Der Dienstag ist beim Pferdemarkt nicht nur, aber doch stark auf Kinder ausgerichtet. Der Kindernachmittag beginnt um 14 Uhr im Vergnügungspark, um 15 Uhr wird im Festzelt ein Kinderprogramm geboten. Um 19 Uhr klingt der Pferdemarkt im Festzelt mit Musik der Band Die Lollies aus.

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