Wer einen PCR-Test machen lässt, auf den kommen doch einige Kosten zu. Foto: dpa/Sri Loganathan

Wer sich nicht impfen lassen will oder genesen ist, für den ist nur ein PCR-Test die Eintrittskarte in einen Club und eine Diskothek. Die Tests sind teuer – und das Angebot bleibt wohl begrenzt.

Stuttgart - Für alle, die nicht geimpft oder nicht genesen sind, aber dennoch einen Club oder eine Diskothek besuchen wollen, kommen für einen PCR-Test in jedem Fall beträchtliche Kosten zu. Diese liegen zumindest derzeit bei 100 Euro aufwärts für Abstrich und Laborkosten.

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Im Testzentrum Wertenauer am Cannstatter Wasen müssen Selbstzahler gegenwärtig 156 Euro für einen PCR-Test berappen, für Abstrich und Auswertung. Das begründet Anna Wertenauer mit den Kosten, die auch für das Labor entstehen. Man könne das „nicht günstiger machen“, erklärt sie. Das Testzentrum auf dem Wasen sei zwar auch für Selbstzahler offen, die eigentliche Zielgruppe seien diese aber nicht. „Wir erfüllen einen öffentlichen Auftrag“, sagt Anna Wertenauer.

Stadt will Angebot nicht ausweiten

Das Testzentrum auf dem Wasen arbeitet wie fünf andere in Stuttgart im Auftrag der Stadt und bietet PCR-Tests beispielsweise für Menschen mit einem positiven Schnelltestergebnis oder für Kontaktpersonen von Corona-Infizierten. Für diese werden die Testkosten dann auch übernommen. Bei diesen sechs beauftragten PCR-Testzentren solle es auch bleiben, aus Sicht der Stadt ist die Kapazität auch künftig ausreichend. „Das Angebot muss man nicht ausweiten“, sagt Stadtsprecher Sven Matis. Zumal PCR-Tests auch nur „von bestimmten Berufsgruppen“ ausgeführt werden dürfen. Also nicht von den allermeisten der Schnelltestzentren, die vor einigen Monaten zu Hunderten auch in Stuttgart aus dem Boden geschossen sind. Und zum Thema Angebot bei den PCR-Tests fügt der Stadtsprecher noch an: „Wir setzen mehr auf das Impfen.“

Mal kommt auch nur einer am Tag zum Testen

Auch die Alte Apotheke in Untertürkheim bietet PCR-Tests an, die bisher rund 110 Euro gekostet haben. Davon hat der Abstrich und der Transport ins Labor mit 50 Euro zu Buche geschlagen. Auch Eigentümerin Vanessa Hammel ist der Ansicht, dass der Gesamtpreis „für Selbstzahler sehr teuer ist“. Gekommen seien zu den PCR-Tests bisher vor allem Personen, die ins Ausland reisen wollten oder mussten, also für den Urlaub oder aus beruflichen oder familiären Gründen. Das war am Tag mal nur einer, manchmal aber auch 20 oder sogar mal 60.

Neues Gerät würde Preise senken

Für diese Gruppe, gerade auch für Menschen, die beispielsweise ganz kurzfristig zur Familie ins Ausland müssen, möchte Vanessa Hammel versuchen, den Preis zu senken. Deshalb denkt sie darüber nach, selbst ein solches Laborgerät anzuschaffen. Das würde zwar einen fünfstelligen Betrag kosten, könnte den PCR-Preis aber auf 70 bis 80 Euro reduzieren. „Das wäre doch signifikant günstiger“, sagt die Apothekerin, die noch zwei weitere Testzentren am Marienplatz und in Stuttgart-Vaihingen betreibt. Dadurch würde aber vor allem auch das Testergebnis schneller vorliegen, was für alle Nutzer wichtig wäre. Derzeit müsse man auf dieses noch etwa 24 Stunden warten. Mit eigenem Gerät würde es in spätestens drei Stunden vorliegen, im besten Fall aber schon nach einer halben Stunde.

65 Euro – aber nur unter bestimmten Bedingungen

Was Tempo beim PCR-Ergebnis kosten kann, zeigt das Angebot einer Teststelle in den Stuttgarter Königsbau Passagen. Dort ist ein neu offerierter Express-PCR-Test mit einem Preis von 119,99 Euro versehen. Dagegen stehen 65 Euro, die das Tübinger Unternehmen Cegat für einen solchen Test verlangt. Dieses günstige Angebot erklärt ein Sprecher damit, dass man derzeit nur noch eine Teststelle betreibe, und zwar auf dem Firmengelände in Tübingen. Die kurzen Wege und das eigene Großlabor mache das möglich. Als das Unternehmen die Laborleistung noch für das Testzentrum am Flughafen erbracht hatte, kostete der PCR-Test dort auch rund 100 Euro.

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