Bauunternehmer Florian Gauder (links) und Schönheitschirurg Oliver Gekeler mit ihrer Klopapierkanone bei der Geburtstagsfeier des Partygriechen Cavos. Foto: Andreas Engelhard

Erwachsene Männer schießen sich mit Papierkanonen in Ekstase: Der Partygrieche Cavos hat mit Promis wie Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber den sechsten Geburtstag gefeiert, also Kindergeburtstag, nur noch viel wilder.

Stuttgart - Beweismittel sind vorhanden. Ohne die vielen Selfies und ohne den Einsatz der Profifotografen würden manche vielleicht nicht glauben, wie schön verrückt die Welt mitten in Stuttgart ist.

Die griechische Taverna Cavos, im September 2012 nach Münchner Vorbild an der Lautenschlagerstraße eröffnet, ist bekannt dafür, dass zur späten Stunde, wenn die Grillteller aufgegessen, die Kerzen ausgeblasen und die Tische abgeräumt sind, die Gäste bei lauter Musik enthemmt tanzen und Servietten werfen. Doch was zum sechsten Geburtstag des Restaurants mit illustrer Partygesellschaft (dabei: der scheidende Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber, der Münchner Cavos-Eigentümer Florian Faltenbacher Boa-Mitchef Rainer Frankfurth, „Feine Adressen“-Herausgeber und Jung-Ehemann Christof Sage, Kowalski-Betreiber Sascha Mijailovic, Beauty-Doc Christian Fitz) geschehen ist, stellt alles in den Schatten, was man hier schon an guter Laune überdreht hat. Dies beteuern Stammgäste wie der Bauunternehmer Florian Gauder, der von sich stolz sagt, ein „Cavosianer“ zu sein.

Die Gäste versinken knöcheltief in Servietten und Klopapier

Warum das Cavos in Stuttgart läuft, während das Münchner Vorbild schließen musste, erklärt Gauder, der Mann mit der britischen Melone auf der Birne, so: „Schwaben lieben es, wenn die Preise fair sind.“ Und vielleicht auch, weil hier das Gegenteil der Kehrwoche wütet. Nachts darf man „die Sau rauslassen“, bis alle knöcheltief in Servietten und Klopapier waten.

Eine halbe Stunde vor Mitternacht stellt sich Gauder mit Schönheitschirurg und RTL-2-Star Oliver Gekeler auf den Tisch und packt zwei mit Gebläse betriebene Kanonen aus. Rollenweise wird Klopapier rausgeschossen. Ach, wie sich Erwachsene freuen können, unartig zu sein und Chaos anzurichten! Während die Musik immer lauter wird, explodieren Erinnerungen an den Kindergeburtstag. In einen kollektiven Rausch werfen und tanzen sich die Gäste, die älter werden, aber nicht alt sein wollen. Ein Rausch dank weißem Papier ist besser als wegen weißem Pulver.

Am 9. November eröffnet das Richter’s in der Nachbarschaft

Haben Menschen, die hart arbeiten, nicht auch mal das Recht auf Verrücktheiten? Man könnte es so sagen: Wer nicht ein bisschen verrückt ist, ist nicht ganz normal. Der aus München angereiste Chef Florian Faltenbacher freut sich, dass sein Stuttgarter Cavos-Ableger noch immer brummt. „Wenn du was Neues machst, sind die Leute neugierig“, betont er, „nach der Anfangseuphorie wird es schwierig“. Er spricht vom „verflixten dritten Jahr“ in der Gastronomie. Wenn man das dritte Jahr überstanden habe, gehe es meist aufwärts. In Stuttgart sei das Cavos erfolgreich, weil nicht nur die Schickis kommen, sondern auch das Umland. Wer für einen Samstag einen Tisch reservieren will, wird auf Termine nach Weihnachten vertröstet. Man hockt eng wie in einer Besenwirtschaft.

In München führt der Wirt drei Lokale. Das dortige Cavos musste er schließen, weil es den Anwohner zu laut war. Dies erwartet er für Stuttgart nicht. Vom Partydreieck Cavos – Amici – H’ugo’s war einst die Rede. Dass in München viele In-Lokale rasch wieder zumachen, überrascht Faltenbacher nicht. „Investoren stecken viel Geld rein, aber das reicht nicht“, sagt er. Am 9. November feiert das Richter’s des langjährigen Sylt-Kochs René Richter mit Vips Eröffnung im ehemaligen H’ugo’s. Lebt das Dreieck wieder auf?

„Cavosianer“ Florian Gauder schwärmt derweil in der Nacht zum Freitag im Cavos von der „Party des Jahres“, dessen Papierschütze er ist. Nur das Putzkommando tut einem leid. Das kommt morgens um 6.30 Uhr. So viel Arbeit hatte es noch nie – damit sich Erwachsene wie Kinder fühlen.

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