Ostfildern Treffpunkt für Ältere wird zum „Ort für Alle“

Von Jürgen Veit 

In der jüngsten Gemeinderatssitzung im Stadthaus wurde die Umstrukturierung der Treffpunkte in Nellingen und Scharnhausen einstimmug beschlossen. Foto: Pascal Thiel
In der jüngsten Gemeinderatssitzung im Stadthaus wurde die Umstrukturierung der Treffpunkte in Nellingen und Scharnhausen einstimmug beschlossen. Foto: Pascal Thiel

Die Anforderungen an die Treffpunkte für Senioren haben sich geändert. Sie sollen neu ausgerichtet und personell besetzt werden. Zunächst werden die Einrichtungen in den Stadtteilen Nellingen und Scharnhausen umstrukturiert.

Ostfildern - Ursprünglich waren die Treffpunkte in den sechs Stadtteilen Ostfilderns rein der Altenhilfe vorbehalten. Dort treffen sich die Senioren zum Mittagstisch oder zu Begegnungen. Doch es hat sich nicht zuletzt durch das Forum „Ostfilderner Gespräche“ gezeigt, dass dies nicht nicht mehr zeitgemäß ist, die Anforderungen haben sich gewandelt. Vielmehr sollten diese Begegnungsstätten künftig allen Menschen im jeweiligen Stadtteil als Anlaufpunkt dienen. Dies soll ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden.

Eine neue Orientierung ist notwendig

Deshalb sollen die Treffpunkte – zunächst in Nellingen und in Scharnhausen – eine neue Orientierung und womöglich einen neuen Namen erhalten. Dafür muss nach Ansicht der Verwaltung und des Gemeinderats an den strukturellen, finanziellen und personellen Stellschrauben gedreht werden. Die Stadtverwaltung will die Gunst der Stunde nutzen, um den beiden Treffpunkten ein neues Gesicht zu geben. Denn eine der beiden Mitarbeiterinnen, die die beiden Einrichtungen bisher Hand in Hand geleitet hatten, geht zum Ende des Jahres in den Ruhestand. Die neue, noch zu findende Stelleninhaberin soll einem geänderten Anforderungsprofil unterliegen.

Denn um ein, laut der Verwaltung „Ort für Alle“ zu sein, müssten sich die Anlaufstellen an Veränderungsprozessen beteiligen, diese mit anstoßen und sie etablieren. Das erfordere Kompetenzen im Projektmanagement, bei der Moderation von Gruppen und Prozessen sowie bei der Öffentlichkeitsarbeit. Zudem seien Strategien gefragt, um Zugänge und Kontakte zu den Bewohnern des Stadtteils zu schaffen und diese für ihr Quartier zu gewinnen.

Gleichzeitig könne das bedeuten, dass auch bisher in den Treffpunkten angebotene Dinge „wegfallen werden“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage. Doch dem bei vielen älteren Menschen beliebten Mittagstisch soll das keinesfalls widerfahren. Dieses Angebot muss – nicht nur nach Ansicht des Stadtrats Joachim Dinkelacker (Freie Wähler) – unbedingt erhalten bleiben. Denn es verleihe dem Alltag der Senioren eine Struktur und sei wichtig, um soziale Kontakte zu knüpfen und aufrecht zu erhalten.

Einige Treffpunkte sind sehr gut besucht

Die CDU-Stadträtin Margitta Sachs wies darauf hin, dass es schon jetzt Treffpunkte gebe, die – nicht nur wegen des Mittagstisches – sehr gut besucht seien. Dort träfen sich Bürger zum gemeinsamen Austausch beim Kaffeetrinken, zum Spielenachmittag, kleinen Sportangeboten und an vielen Sonntagen nähmen sie kulturelle Angebote wahr. Die im Zuge der „Ostfilderner Gespräche“ geäußerten Wünsche der Bürger unterschieden sich „nicht grundsätzlich von den bestehenden Angeboten“, so Margitta Sachs. Aber es würden seitens der Nutzer mehr Eigenverantwortung für die Treffpunkte, neue Ideen, flexible Öffnungszeiten und gesellige Veranstaltungen für alle Altersstufen gewünscht.

Sonja Abele (Grüne) hat die Vorstellung von Orten der Begegnung, „wo man immer jemanden zum Reden trifft, aber auch mit seinen kaum lösbaren Hausaufgaben hinkommen kann“ – kurz: ein Kristallisationspunkt im jeweiligen Stadtquartier.

Die SPD-Stadträtin Stefanie Sekler-Dengler ist überzeugt, dass sich die Treffpunkte diesen Herausforderungen stellen werden. Ihre Fraktion habe jedoch „Zweifel, wie weit das mit einer 50-Prozent-Stelle möglich ist“.

Joachim Dinkelacker (Freie Wähler) mahnte jedoch an, dass bei aller Notwendigkeit einer Umstrukturierung der Treffpunkte die Kosten „in einem finanziell vertretbaren Rahmen“ bleiben müssten.

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