Wann die ersten Baukräne anrücken, steht noch nicht fest Foto: dpa/Britta Pedersen

An der Aicher Straße 36 sollen nun Büros, Wohnungen und Arztpraxen entstehen, der ursprüngliche Hotelentwurf des Investors ist vom Tisch. Glücklich sind die Stadträte aber immer noch nicht – was wollen sie noch ändern?

Bernhausen - An der Aicher Straße 36 soll immer noch neu gebaut werden – jetzt soll hier aber ein Mix aus Wohnungen, Büros, Arztpraxen und Gastronomie entstehen. Das hat die Stadtverwaltung in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses am Mittwoch verkündet.

Bereits im Herbst 2018 hatten die Stadträte die Neubebauung an diesem zentralen Punkt in Bernhausen auf der Tagesordnung gehabt. Das geplante Hotel wollten einige der Stadträte jedoch nicht – stattdessen waren Wohnungen dringend gewünscht, um die Wohnungsnot in Filderstadt zu lindern.

Jetzt also die neue Planung: Auf dem Grundstück auf dem Zwickel zwischen Aicher Straße und Tübinger Straße sollen mehrere Gebäudekomplexe entstehen. Ein Bereich für einen Gastronomiebetrieb ist im Erdgeschoss vorgesehen, außerdem Platz für zwei bis drei Arztpraxen, acht bis 13 Büros, je nachdem, wie die Quadratmeter aufgeteilt werden, sowie Wohnungen in den oberen Stockwerken.

Planung steht noch am Anfang

„Wir stehen mit dem Aufstellungsbeschluss erst am Anfang der Planung“, sagte Matthias Schneiders, Leiter des Stadtplanungsamts. Die Stadt erhoffe sich auch eine städtebauliche Aufwertung des Gebiets. Das Projekt werde außerdem als sogenanntes „vorhabenbezogenes“ Bebauungsplanverfahren entwickelt, das heißt: ein Investor baut hier, nicht die Stadt selbst. Aber die Stadt hat ein größeres Mitspracherecht als bei anderen Bauprojekten. „Wir haben größere Einflussmöglichkeiten, was beispielsweise die Verkehrsregelung, den öffentlichen Raum oder die Sozialquote für die Wohnungen angeht“, so Schneiders. Der Eigentümer hat laut Vorlage zugesagt, einen Teil der Wohnungen als geförderte Sozialwohnungen zu errichten und der Stadt ein Belegungsrecht einzuräumen. Die Einzelheiten dazu müssen aber noch im weiteren Verfahren geklärt werden.

Die Baubürgermeisterin Susanne Schreiber betonte: „Es handelt sich um einen ersten Entwurf, einen ersten Aufschlag.“ Detailplanungen, wie zum Beispiel Zufahrten oder die Gestaltung der Fußwege und Grünflächen im Gebiet, gebe es darum schlicht noch nicht.

Die Stadträte stimmten der Planung zwar zu – richtig glücklich waren sie aber immer noch nicht. „Uns stört der Mix der Nutzung“, sagte Walter Bauer (SPD), „es sind zu viele Büroflächen und zu wenige Wohnungen.“ Auch Catherine Kalarrytou (Grüne) betonte erneut: „Wir wollen auch überwiegend Wohnungen.“ Außerdem wollte sie wissen, welche Wohnungen genau geplant seien.

„Mehr Wohnungen, das nehmen wir mit“

Susanne Schreiber signalisierte, dass die Verwaltung verstanden habe: „Sie wollen mehr Wohnungen, das nehmen wir mit.“ Auch über den öffentlichen Raum sowie die Höhe der geplanten Gebäude soll noch im Detail gesprochen werden, wenn die Planung weiter fortgeschritten ist. Das Vorhaben soll als nächstes im Gestaltungsbeirat und Anfang März im Gemeinderat besprochen werden. Man stehe weiterhin im Austausch mit dem Investor, sagte Susanne Schreiber. Wie der freilich darauf reagieren werde, dass die Stadträte sich mehr Wohnungen und weniger Büros dort wünschten, wisse man nicht.

Auf Nachfrage sagt die Baubürgermeisterin: „Es ist wichtig, dass wir das politische Signal erhalten haben, dass wir mit dieser Planung weitermachen können.“ Nun müsse man mit dem Investor sprechen und sehen, wie die zusätzlichen Wohnungen möglich gemacht werden können. „Es ist ja klar, dass der Investor auch wirtschaftlich denken muss, und sich das für ihn lohnen muss.“ Aber die Einwände der Stadträte halte sie für „völlig in Ordnung“: „Die haben Hand und Fuß.“

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