Im Frühjahr war es so – nun enden S2 und S3 bald wieder in Waiblingen. Foto: Gottfried Stoppel

Gleich zum Start ins Jahr 2024 heißt es wieder: Ersatzbus statt S-Bahn wegen Bauarbeiten zum Digitalen Knoten Stuttgart. Es gibt noch mehr, was Reisende nervt. Etwa der Ausfall von Aufzügen an Bahnhöfen. Was Pendler nun wissen sollten.

Das Jahr 2024 beginnt für Pendler im Kreis und in der Region Stuttgart mit einer Geduldsprobe: Von Dienstag, 2. Januar, 4 Uhr bis Freitag, 6. Januar, 1 Uhr heißt es erneut, statt in die S-Bahn in den Ersatzbus zu steigen. Zwischen Bad Cannstatt und Untertürkheim sowie zwischen Bad Cannstatt und Fellbach sind sowohl die Fern- als auch die S-Bahn-Gleise gesperrt. Die Deutsche Bahn leitet Züge des Fern- und Regionalverkehrs zum Teil über Stuttgart-Münster um. Die Linie S2 verkehrt nur zwischen Schorndorf und Waiblingen. Und die S3 fährt dann nur zwischen Backnang und Waiblingen.

 

Ersatzbusse fahren in der Dammstraße in Waiblingen ab

Wieder anberaumte Bauarbeiten für den sogenannten Digitalen Knoten bedeuten, dass Fahrgäste wieder Ersatzbusse nehmen müssen, die in der Dammstraße in Waiblingen abfahren. Laut Deutscher Bahn (DB) wird zwischen Waiblingen Dammstraße und Stuttgart Hauptbahnhof (Arnulf-Klett-Platz) ein Ersatzverkehr mit Bussen (S2E) im Fünf-Minuten-Takt fahren, aber ohne Halt in Sommerrain. Zwischen Sommerrain und Nürnberger Straße gibt es Ersatzverkehr mit Kleinbussen (S3E) im Zehn-Minuten-Takt. Dazu kommt es im Regional- und Fernverkehr zu Fahrplanänderungen. Zwischen Esslingen und Bad Cannstatt kann ein Ersatzverkehr mit Bussen (RE5) im 30-Minuten-Takt genutzt werden. Zwischen Stuttgart Hauptbahnhof und Winnenden gibt es auch einen Ersatzverkehr mit Bussen (MEX19), aber nur im 60-Minuten-Takt und ohne Halt in Waiblingen. Und zwischen Stuttgart Hauptbahnhof und Waiblingen wird der Ersatzverkehr mit Bussen (MEX13) im 30-Minuten-Takt eingerichtet.

Es ist aber nicht so, dass das Pendeln mit der S-Bahn ansonsten rund läuft. Immer wieder fallen kurzfristig Bahnen aus verschiedenen Gründen aus. Derzeit verkehren die S-Bahnen der Line 3 beispielsweise nur im 30-Minuten Takt. „Aufgrund eines anhaltend hohen Krankenstandes des Fahrpersonals“, heißt es dazu in der VVS-App.

Aufzüge zur S-Bahn werden erneuert

Außerdem müssen Reisende – ob mit Rollstuhl, Kinderwagen, E-Bike oder viel Gepäck – damit rechnen, dass Aufzüge außer Betrieb sind. In Endersbach etwa ruhen die Aufzüge am Bahnhof seit Anfang Juni. Grund sind Erneuerungen. „Die DB plant, dass die Fahrgäste voraussichtlich ab Ende dieses Jahres von mehr Komfort und größerer Zuverlässigkeit der neuen Anlagen profitieren“, teilt die Bahn mit. Sowohl der Aufzug auf dem Mittelbahnsteig als auch auf dem Bahnhofsvorplatz werden erneuert, Bahn und Bund investieren dafür rund 630 000 Euro. Auch in Waiblingen stehen zentrale Aufzüge nicht zur Verfügung. Der Aufzug vom Vorplatz zum Tunnel unter den Gleisen und der Aufzug an Gleis 1 sind seit Montag, 4. Dezember, außer Betrieb. Die Fahrstühle werden ausgetauscht, was bis ins Frühjahr 2024 dauern soll. Im Anschluss tauscht die Bahn dann den Aufzug an den Gleis 6 und 7.

S-Bahn-Fahrgäste mit Einschränkungen trifft es hart

Der Leiter der Bezirksgruppe Rems-Murr im Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg Gerd Widmann, moniert, „dass der Waiblinger Busbahnhof, der aus den Anfängen der 80er-Jahre stammt, nicht für Menschen mit Sinneseinschränkungen angelegt ist“. Ein dynamisches Fahrgastsystem wie etwa am neuen Winnender Busbahnhof fehle. Auch gebe es kein Leitsystem oder ein Einstiegsfeld bei den Bussen. Nur weil er sich sehr gut auskenne, komme er als Blinder am Waiblinger Bahnhof klar. Am Stuttgarter Bahnhof könne er sich von einem Mitarbeiter des Mobilitätsservice helfen lassen, wenn er diesen Service vorher bestelle. Doch das gebe es im Rems-Murr-Kreis nicht. Dass Probleme mit dem Sehen viele Menschen betreffen würden, macht Gerd Widmann außerdem deutlich. „Wer gibt schon gerne zu, dass er schlecht sieht“, sagt er, „angesichts der demografischen Entwicklung gibt es sehr viele Menschen, die damit umgehen müssen.“ Barrierefreiheit und gute Orientierung seien aber auch Themen, die andere Reisende betreffen.

Die Fahrt mit dem Ersatzbus kostet mehr Zeit als die S-Bahn

„Natürlich kostet die Fahrt mit dem Ersatzbus mehr Zeit“, sagt eine Pendlerin mit Blick auf das neue Jahr. Eine andere ÖPNV-Nutzerin ist froh, dass sie nicht betroffen ist. „Ich habe zum Glück in der Zeit Urlaub“, sagt sie. „Viele werden auf die U1 ausweichen, man muss sich ja irgendwie behelfen, oder dann doch das Auto nehmen“, sagt eine andere Pendlerin aus Fellbach und fügt etwas lakonisch an: „Weltbewegendes habe ich nicht dazu zu sagen – außer, dass es nervt.“

Mehr Informationen finden Sie online: www.s-bahn-stuttgart.de

Vollsperrung Anfang Januar 2024

Schienenersatzverkehr
Von Dienstag, 2. Januar 2024, 4 Uhr bis Freitag, 6. Januar 2024, 1 Uhr werden die S-Bahnen wieder durch Busse ersetzt.

S-Bahn und Fernbahn
Zwischen Cannstatt und Untertürkheim sowie zwischen Cannstatt und Fellbach sind sowohl die Fern- als auch die S-Bahn-Gleise blockiert. (mic)