Gerd Maisch sitzt nicht mehr in Vaihingen/Enz am Bürgermeister-Schreibtisch, sondern führt in Oberriexingen interimsweise die Amtsgeschäfte. Foto: Simon Granville/Archiv

Der Oberriexinger Bürgermeister Frank Wittendorfer fällt krankheitsbedingt seit Monaten aus. Am Gesundheitsamt hängt es nun maßgeblich, wie es weitergeht.

Voller Tatendrang ist Frank Wittendorfer nach seinem Wahlsieg 2017 ins Amt des Bürgermeisters von Oberriexingen gestartet. Mit den Bürgern zusammen wolle er die Stadt „stetig zum Positiven weiterentwickeln. Packen wir’s also gemeinsam an“, schrieb er in seiner Vorstellung auf der Homepage der Kommune. Bei der Umsetzung dieses Ziels müssen die Oberriexinger allerdings schon seit Monaten notgedrungen und bitterer Weise ohne ihren Rathauschef auskommen. Wittendorfer fällt krankheitsbedingt aus, wird interimsweise vom früheren Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch vertreten. Demnächst soll entschieden werden, welche dauerhafte Lösung es für die Rathausspitze geben wird.

 

Entscheidung naht

„Wir gehen davon aus, dass bis Mitte März eine Entscheidung fällt, wie es weitergeht“, sagt Stadtrat Erich Bannert, ehrenamtlicher Stellvertreter von Wittendorfer. Das bestätigt Gerd Maisch, der im Frühjahr 2023 vom Gemeinderat zum Ehrenbeamten ernannt wurde und für Wittendorfer seitdem die Amtsgeschäfte führt. Im Februar, spätestens jedoch im März sollen die Würfel in der Causa fallen, erklärt Maisch.

Eine maßgebliche Rolle kommt dabei dem Gesundheitsamt zu. Dazu muss man wissen, dass der Rathauschef nur so lange durch den Ehrenbeamten vertreten wird, wie eine Aussicht auf Genesung besteht, wie Andreas Fritz, Pressesprecher des Kreishauses, erläutert. „Neuwahlen finden statt, wenn der Bürgermeister endgültig nicht mehr in sein Amt zurückkehren kann“, konstatiert er. Vor diesem Hintergrund prüfe das Gesundheitsamt die Dienstfähigkeit von Frank Wittendorfer, teilt Andreas Fritz mit.

„Der diesbezügliche Prüfungsprozess wird vom Landratsamt als Rechtsaufsichtsbehörde begleitet“, fügt er hinzu. Man stehe dabei „in regelmäßigem, gutem Kontakt mit Herrn Bürgermeister Wittendorfer“, betont der Pressesprecher. Regulär würde die Amtszeit des Oberriexinger Verwaltungsleiters bis zum Jahr 2025 dauern.

Seit Ende Juli dauerhaft krank

Mit gesundheitlichen Problemen kämpft Frank Wittendorfer nach Angaben des Landratsamts seit November 2021. Zunächst hieß es, er leide am Post-Covid-Syndrom, mittlerweile ist von einem Impfschaden die Rede. Tatsache ist jedenfalls, dass er sich seit Ende Juli 2022 „im dauerhaften Krankenstand befindet“, wie Andreas Fritz ausführt. Die Gemeindeordnung bestimme, dass der Gemeinderat in einem solchen Fall einen Ehrenbeamten zur Vertretung bestellen könne.

Von diesem Passus hat man in Oberriexingen Gebrauch gemacht, wo Gerd Maisch vorübergehend im Mai 2023 das Zepter übernommen hat. Bis 30. April 2024 sei er offiziell eingesetzt, sagt Maisch. „Ich denke, dass wir damit eine gute und für die Situation in Oberriexingen passende Lösung haben. Und es ist auch nicht so, dass ich die Aufgabe gerne schnell beenden möchte, um wieder Zeit für andere Dinge zu haben. Das Hauptproblem ist aber, dass das nur eine Überbrückungslösung ist und es gut wäre, nun eine Dauerlösung zu finden“, erklärt er.