Unbekannte hatten Plakate von Bernd Hornikel und Horst Zwipp entwendet. Beide haben neue Plakate drucken lassen. Foto: Gottfried Stoppel

Bald steht fest, wer Oberbürgermeister in Schorndorf wird. Am 28. November findet der entscheidende Wahlgang statt. In den sozialen Netzwerken geht es bereits jetzt hoch her. Einem Gruppenadministrator wird Parteilichkeit vorgeworfen.

Schorndorf - In gut einer Woche entscheiden die Schorndorfer Bürgerinnen und Bürger, wer ihr neues Stadtoberhaupt werden soll. Mittlerweile steht fest, welche Kandidaten beim zweiten Wahlgang am 28. November antreten. Markus Reiners, Bernd Hornikel und Andreas Schneider konnten beim ersten Wahltag zwischen 26,3 und 24,6 Prozent der Stimmen erringen und wollen es wie Horst Zwipp (5,5 Prozent) und Brigitte Aldinger (3,5 Prozent) noch einmal wissen.

 

Rund 170 Wahlplakate wurden von Unbekannten entwendet

Der Kampf um Stimmen läuft auf Hochtouren. Von mehreren Kandidaten war zu hören, dass sie die Zeit bis zum entscheidenden Wahltag nutzen wollen, um ihr Profil zu schärfen. Mancher moniert, dass dem nicht so ist. Vielleicht liegt das mit daran, dass auf Nebenschauplätzen ganz schön die Messer gewetzt werden. Bereits in der Nacht zum ersten Wahlsonntag hatten Unbekannte rund 170 Plakate der Kandidaten Horst Zwipp und Bernd Hornikel demontiert und entwendet. Strafanzeige wurde gestellt, beide Kandidaten haben neue Plakate produzieren lassen. Bernd Hornikel beziffert den für ihn entstandenen Schaden auf 1000 Euro.

„Hier wird Foul gespielt ohne Ende“, schreibt Horst Zwipp auf seinem Facebook-Account. Damit meint er allerdings nicht nur den Plakatklau. Er prangert außerdem an, dass Kommentare von ihm in diversen Schorndorfer Facebook-Gruppen gelöscht würden: Der Administrator dieser Gruppen sei gleichzeitig der Berater von Kandidat Bernd Hornikel. Kein Geheimnis ist, dass damit Jürgen Dobler gemeint ist, der die Kritik scharf zurückweist und sich maßlos darüber ärgert. „Ich zensiere nicht“, sagt Dobler, der etwa die Gruppe „Du weißt, dass du aus Schorndorf kommst, wenn...“ verwaltet.

Regelkonforme Beiträge werden in Facebook-Gruppe nicht gelöscht

„Das ist eine private Gruppe, in der ich das Hausrecht habe.“ Wenn alles regelkonform bleibe, lösche er keine Beiträge oder Kommentare. Über die OB-Wahl dürfe gerne diskutiert werden. Aber die Facebook-Gruppe dürfe keine Litfaßsäule für einen Kandidaten werden. „Und wenn es in Kommentaren zu Beleidigungen kommt, dann werden diese gelöscht.“ Er unterstütze Bernd Hornikel, mache aber keinen Wahlkampf in den Facebook-Gruppen und widerspricht dem Vorwurf einer Verquickung.

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Das betreffe ebenfalls die von ihm verwaltete private „Schowo“-Gruppe. Weil dort ein Konzert der Band Rabbit Damage – in welcher Bernd Hornikel am Schlagzeug sitzt – angekündigt worden war, meldete sich Lars Haise, der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Gemeinderat, per Pressemitteilung zu Wort: Den veröffentlichten Post samt dem Satz „Erst ins Rathaus und dann auf die SchoWo Bühne? Mal schauen, wer das nächste SchoWo-Fass aufmacht“ werte er als unfaire Parteinahme. Der Beitrag steht inzwischen nur noch auf dem privaten Account von Jürgen Dobler – „weil ich keine Diskussion auslösen wollte“, wie der Vorsitzende der Schowo-Vereinsgemeinschaft begründet.

Manche Bewerber halten sich komplett raus

Noch ein weiterer Protagonist lässt kein gutes Haar an den Unterstützern von Bernd Hornikel: „Das Problem aber ist, dass diese Unterstützer in Zukunft eine Rolle in der Schorndorfer Politik spielen wollen. Und das darf man nicht zulassen“, schreibt der OB-Kandidat Andreas Schneider in einem längeren Beitrag auf der Seite von Horst Zwipp.

Zwar richtet sich der Kommentar nicht direkt gegen seinen Konkurrenten Bernd Hornikel – rückt diesen aber dennoch in ein schlechtes Licht. Das ist insofern ein wenig pikant, da Andreas Schneider wiederum vor Kurzem in einer Lokalzeitung zu Protokoll gab, sich diffamiert zu fühlen. Aufhänger war ein Leserbrief der ehemaligen Grünen-Stadträtin Mechthild Dierlamm-Harth, die Schneider unter anderem eine Abkehr von grünen Ideen vorwarf.

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Kommentare von Markus Reiners oder Bernd Hornikel sind in den Gruppen übrigens nicht zu finden. „Ich beteilige mich nicht an den Diskussionen. Ich bin in beiden Gruppen selbst nicht aktiv“, sagt Hornikel.