Sicherer Elfmeterschütze: Nicolas Gonzalez. Foto: Baumann

VfB-Stürmer Nicolas Gonzalez beeindruckt beim 5:1-Sieg gegen den SV Sandhausen – aber nicht nur wegen seiner beiden Tore.

Stuttgart - Nach genau 60 Spielminuten wird es laut in der Mercedes-Benz-Arena – so laut es eben geht, wenn geschätzte 40 Menschen in einem leeren 60 000-Zuschauer-Stadion in die Hände klatschen. Die Ersatzspieler, die Betreuer, die Vereinsführung auf der Tribüne, ja sogar die Analysten des VfB Stuttgart auf dem Oberrang spenden begeistert Beifall, als Nicolas Gonzalez vom Platz trabt. Der Torjäger darf beim Stand von 4:0 vorzeitig Feierabend machen und Kräfte schonen – er wird im Kampf um den Aufstieg schließlich auch in den nächsten beiden Spielen dringend benötigt.

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Nicolas Gonzalez (22) hat beim 5:1-Sieg gegen den SV Sandhausen eine bärenstarke Leistung geboten und gehörte zu den besten Stuttgartern – wieder einmal. In den vorangegangen sechs Spielen seit der Corona-Pause, in denen sich der VfB meist ungleich schwächer präsentiert hatte, war der Stürmer aus Argentinien (neben dem diesmal gesperrten Wataru Endo) einer der ganz wenigen Lichtblicke gewesen. Auch da hatte er immer wieder angedeutet, dass er für die zweite Liga eigentlich überqualifiziert ist.

Matarazzos Lob für den Stürmer

Kein Zufall also, dass es der argentinische Nationalspieler war, der dem VfB gegen den SV Sandhausen den Weg zum ersehnten Befreiungsschlag wies. Mit einem wuchtigen Kopfball zum 1:0 beruhigte Gonzalez frühzeitig die Nerven. „Mein Gefühl war, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir in Führung gehen“, sagt Pellegrino Matarazzo nach dem Schlusspfiff, als eine ausnahmsweise äußerst nervenschonende zweite Hälfte hinter dem VfB-Trainer liegt. Der von Gonzalez mit gewohnter Verzögerungstaktik verwandelte Foulelfmeter zum 4:0 bedeutete schon weit vor der Pause mehr als nur die Vorentscheidung.

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Es liegt nicht nur an den beiden Toren und den drei Punkten, dass Matarazzo seinen Stürmer in den höchsten Tönen lobt. „Er hat sehr viele Qualitäten, die ich schätze – was mir aber am meisten an ihm gefällt: Er ist ein Siegertyp, er will Spiele unbedingt gewinnen.“ Von dieser Sorte Profi herrscht im VfB-Kader kein Überangebot, sonst stünden nicht bereits neun Saisonniederlagen auf dem Stuttgarter Konto. Gonzalez erfülle seine Aufgabe „stets zu 100 Prozent“, sagt Matarazzo, er sei sich nicht zu schade, „viele Extrameter zu gehen und auch in der eigenen Abwehr Kopfballduelle zu führen“. Kurzum: „Er ist für uns ein sehr wichtiger Spieler.“

Zukunft in Stuttgart offen

Auf zwölf Saisontreffer summiert sich inzwischen seine Ausbeute, die sich seit dem Re-Start der zweiten Liga verdoppelt hat. Nicht zuletzt an Gonzalez liegt es, dass der VfB zwei Spieltage vor Schluss im Kampf um die Rückkehr in die Bundesliga alle Trümpfe in den Händen hält. Unvergessen auch sein unwiderstehlicher Sprint in der Nachspielzeit der Partie gegen den Hamburger SV, mit dem der Angreifer den 3:2-Siegtreffer von Gonzalo Castro vorbereitet hatte. Er wird in keinem Saisonrückblick fehlen, sollte am Schluss dieser so turbulenten Nach-Corona-Wochen doch noch das Happy End stehen.

Ob Nicolas Gonzalez auch noch nächste Saison das VfB-Trikot tragen wird – das ist, unabhängig von der Ligazugehörigkeit, ein ganz anderes Thema.

Impressionen vom Spiel gegen Sandhausen haben wir in einer Bildergalerie zusammengestellt.

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