Im Zweikampf mit Santiago Ascacibar (re.): Nathaniel Phillips, der erste Engländer im Profikader des VfB Stuttgart. Foto: Baumann

Neuzugang Nathaniel Phillips ist mit dem VfB Stuttgart zum Pokalspiel nach Rostock gereist. Feiert der Engländer gleich sein Debüt im Trikot mit dem Brustring?

Stuttgart - Seine erste Feuertaufe hatte Nathaniel Phillips bei strömendem Regen gehabt. Am vergangenen Mittwoch absolvierte der Abwehrspieler aus England sein erstes Training mit den neuen Kollegen beim VfB Stuttgart – und mischte gleich munter mit. Die Zuschauer unter den Regenschirmen sahen aufmerksam zu, um zu prüfen, was der 22-Jährige so draufhat. An diesem Montag könnte schon die nächste Prüfung auf den Briten zukommen.

Der VfB Stuttgart tritt am Abend (18.30 Uhr) im Pokal beim Drittligisten Hansa Rostock an – was deshalb als besonders schwere Hürde gilt, weil die Weiß-Roten vor einem Jahr eben bei diesem Gegner schon in Runde eins die Segel hatten streichen müssen. Es folgte eine Horrorsaison, an deren Ende der Abstieg stand. Diese böse Erinnerung „ist mir völlig egal“, sagte am Freitag Tim Walter.

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Der Trainer des VfB war damals noch kein Stuttgarter, geht also unbelastet ins Duell mit den Rostockern – was ebenso für viele seiner Spieler gilt. Und erst recht für Nathaniel Phillips. Der, wie gesagt, hat mit der VfB-Vereinsgeschichte schließlich noch weniger zu tun als Walter und die anderen Neuzugänge dieses Sommers.

An das neue VfB-Spiel muss man sich erst gewöhnen

Der 1,88 Meter große Innenverteidiger kam am Mittwoch vom ruhmreichen FC Liverpool zum VfB. Beim Sieger der Champions League hat es für den Abwehrspieler zum Sprung unter die Stammspieler noch nicht gereicht, weshalb er nun in Stuttgart Spielpraxis sammeln will. Und womöglich legt er schon am Montag damit los. Zumindest reiste er mit in den hohen Norden. Es gibt allerdings Dinge, die gegen ein sofortiges Debüt im Trikot des VfB sprechen.

„Er ist erst zwei Tage da“, sagte am Freitag Tim Walter und zählte auf, was es derzeit zu tun gibt für den neuen Mann in neuer Umgebung: „Er muss sich erst mal finden. Er muss mit der Mannschaft zurechtkommen. Er muss sich eingliedern. Er muss lernen, wie wir spielen.“ Die Kollegen würden es dem Engländer mit dem Ankommen zwar leicht machen, vor allem im komplexen Walter-System liegt aber wohl der Grund dafür, dass die sportliche Eingewöhnungsphase etwas dauern könnte.

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Gerade die Innenverteidiger haben ungewöhnlich viel Laufarbeit und erstaunlich viele Positionswechsel zu absolvieren und nehmen im Aufbauspiel eine extrem wichtige Rolle ein. Das alles muss erst einmal verinnerlicht werden – weshalb es gut sein kann, dass Tim Walter in Rostock erst einmal auf bewährte Kräfte setzt.

Phillips kommt, weil Kaminski verletzt ist

Marc Oliver Kempf ist der Kapitän und gilt ohnehin als gesetzt. Daneben agierte zuletzt beim 2:2 in Heidenheim Holger Badstuber, der auf der Ostalb einen guten Eindruck hinterlassen hat. Maxime Awoudja, der beim Saisonauftakt Gelb-Rot gesehen hatte, ist ebenfalls wieder spielberechtigt, das Talent Luca Mack lief wie Antonis Aidonis in der zweiten Mannschaft auf. Im Gegensatz zur Vorwoche wollte sich Walter drei Tage vor der Partie aber noch nicht öffentlich auf seine Besetzung in der Innenverteidigung festlegen.

Nathaniel Phillips kämpft also erst einmal um einen Platz im 20er-Kader. Er kam auf Leihbasis als Ersatz für den am Kreuzband verletzten Marcin Kaminski – und wird seine Chancen sicher noch bekommen. Und seine Feuertaufe.

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