Vielerorts auf der Alb wie hier bei Schopfloch wurde jede mögliche freie Fläche zum Parken genutzt. Foto: 7aktuell.de/Max Rühe

Vielerorts waren am Wochenende die Parkplätze knapp, die Polizei verteilte verstärkt Strafzettel. Sie wird aber auch am nächsten Wochenende nicht alle Ziele auf der Alb und im Schwarzwald überwachen können.

Stuttgart - Der Neuschnee, das schöne Wetter und fehlenden Alternativen in Pandemiezeiten haben am langen Weihnachtswochenende, vor allem am Sonntag, vielerorts für einen Ansturm von Wanderern und Schlittenfahrern auf die Schwäbische Alb und den Schwarzwald gesorgt – dabei waren die Parksituationen teils chaotisch, oft haben die Menschen die Abstandsregeln nicht eingehalten.

 

Eine Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung Lichtenstein (Kreis Reutlingen) berichtete etwa, dass es rund um den Skilift in Holzelfingen so voll war wie selten. Dabei war der Skilift selbst im Prinzip geschlossen; dort gibt es die Regelung, dass jeweils eine Familie den Lift privat stundenweise mieten kann. „Man kann es den Leuten aber eigentlich nicht verdenken, dass sie raus wollen an die frische Luft“, sagte die Mitarbeiterin.

Rettungsfahrzeug wurde bei der Anfahrt behindert

Auch am Skilift in Sonnenbühl-Genkingen oder auf dem Rossberg oberhalb von Reutlingen-Gönningen herrschte großer Trubel. Am Rossberg wurde sogar der Einsatz eines Rettungsfahrzeuges durch kreuz und quer stehende Autos behindert; nach einem Wintersportunfall sollte dort eine 52-jährige Frau nach der Kollision mit dem Schlitten zweier Kinder abtransportiert werden, teilte die Polizei in Reutlingen mit. In Genkingen war durch das hohe Verkehrsaufkommen auf der Zufahrt zum Rossberg kein Durchkommen mehr, der Verkehr kam teilweise schon auf der Gönninger Steige zum Erliegen.

Im Schwarzwald gab es eine vergleichbare Situation. Entlang der Schwarzwaldhochstraße waren zeitweise alle Parkplätze belegt. Auch am Feldberg, am Kandel oder am Hohenblauen war so viel los, dass die Polizei Strafzettel ausstellte und teilweise die Straße sperrte und niemanden mehr durchließ. Touristische Hotspots würden deshalb künftig verstärkt bestreift, teilte Özkan Cira vom Polizeipräsidium Freiburg mit.

Polizei hat mit Corona-Überwachung schon genug zu tun

Allerdings hatte am Wochenende lediglich die Pforzheimer Polizei die Situation als so unübersichtlich eingeschätzt, dass sie am zweiten Weihnachtsfeiertag einen Appell herausgab, die bekannten Ausflugsziele zu meiden. Genutzt hatte es nichts: In der Gemeinde Dobel waren so viele Menschen unterwegs, dass die Polizei schließlich verstärkt kontrollierte und allein 180 Falschparker sanktionierte.

Ob Gemeinden und Polizei Vorkehrungen treffen, damit sich eine ähnliche Situation am kommenden langen Neujahrswochenende nicht wiederholt, ist offen. Andrea Kopp von der Reutlinger Polizei sagte, dass man jetzt Gespräche mit den Kommunen aufnehmen werde. Denkbar sei etwa, dass Wanderparkplätze gesperrt würden. Es sei für die Polizei aber nicht möglich, alle Ausflugsziele lückenlos zu überwachen: „Wir haben mit der Überwachung anderer Coronaregeln wie etwa der Ausgangssperre schon genug zu tun.“

Die Wettervorhersage für das nächste Wochenende ist noch vage, aber am Samstag könnte es schön werden und am Sonntag sogar wieder schneien.