Künftig sollen keine Oldtimer mehr Ludwigsburg-Besucher anlocken: Die Messe „Abgefahren“ will mit Nachhaltigkeit punkten. Foto: factum/Archiv

Die Schau „eMotionen“ gibt es nicht mehr. Stattdessen wird am 27. April „Abgefahren“ präsentiert – eine Messe für alle Arten der Fortbewegung – sofern sie nachhaltig sind.

Ludwigsburg - Wenn es um den Straßenverkehr und Parkplätze geht, lassen sich die Ludwigsburger gern mal zu Emotionen hinreißen. Die Automesse „eMotionen“hingegen hat sie zuletzt weitgehend kalt gelassen. Nachdem die Ausstellung 2015 vom verkaufsoffenen Sonntag abgekoppelt wurde, „fristete sie nur noch ein Dasein zwischen hell und dunkel“, sagt Melanie Mitna vom Eigenbetrieb Tourismus & Events. Darum soll am 27. April ein neues Format Premiere haben, das ohne Autos mit Verbrennungsmotor auskommen will – Ausnahmen werden nur für Fahrzeuge mit Hybridmotoren gemacht. Der Name der neuen Messe: „Abgefahren“.

Nachhaltigkeit ist oberste Priorität

Bei den zweitägigen „eMotionen“ spielte sich das meiste im Karree zwischen Arsenalplatz und Rathausplatz ab. Einen besonderen Glanz sollten der Präsentation der Autohändler Oldtimer verleihen, die nach einer Sternfahrt einen längeren Stopp auf dem Marktplatz einlegten. Und natürlich, am Sonntagnachmittag öffneten die Innenstadthändler ihre Läden.

Der erste spürbare Einschnitt war der Wegfall des verkaufsoffenen Sonntags vor vier Jahren. Nun solle ein weiterer klarer Schnitt gemacht werden, sagt Mitna: Die Stadt Ludwigsburg, die für Nachhaltigkeit stehe, werde nun verstärkt verschiedene Themen der nachhaltigen Mobilität durchspielen. „Wir haben das neue Konzept entwickelt“, sagt die für Messen und Veranstaltungen zuständige Abteilungsleitern, „aber in Zukunft wird die Federführung beim neuen Fachbereich liegen.“ Matthias Knobloch, der Leiter des Fachbereichs Nachhaltige Mobilität, hat dieses Amt erst am 1. April übernommen.

Testfahrten und Tourenplanung

Dem Radfahren war schon 2018 mit einem Rad-Aktionstag Platz eingeräumt werden. Das soll nun noch ausgeweitet werden. Und zwar mit einer vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) veranstalteten Radbörse. „Da werden etwa 200 gebrauchte Fahrräder zum Verkauf angeboten“, sagt die Stadtsprecherin Karin Brühl. Im Übrigen wolle die Stadt Alternativen zur herkömmlichen Bewegung aufzeigen und die Leute zum Umdenken anregen. Besucher können die verschiedenen Fahrzeuge – vom Pedelec bis zum E-Auto – bei Probefahrten testen. Außerdem gibt es Beratungen in Sachen Reparatur, auch eine E-Bike-Tour durch die nähere Umgebung ist vorgesehen.

Dazu werden auf der Messe den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim, die Informationen zur Ladeinfrastruktur präsentieren wollen, als auch dem öffentlichen Personennahverkehr viel Platz eingeräumt. „Dazu gehören auch Auskünfte über das neue verbilligte Busticket“, sagt Brühl. „Das ist im Sommer eingeführt worden, und es ist sehr erfolgreich.“

Busse in neuem Design

Der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) und die Ludwigsburger Verkehrlinien (LVL) werden mit Bussen präsent sein. Darunter zwei 18 Meter lange Gelenkbusse, die schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf das Raumgefühl geben sollen, das die Fahrgäste in BRT-Bussen haben werden, die – so der Plan – in wenigen Jahren durch Ludwigsburg fahren sollen.

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