In einem Mix aus Rateshow und Open Stage zeigt Thomas „Topas“ Fröschle, wer sich nicht nur beruflich auf der Bühne des Renitenztheaters behaupten kann.
Der Titel klingt nach einer Show im Privatfernsehen, bei der man als Zuschauer auch mal die Frage stellen muss: „Wer ist der Promi?“ Das Prinzip von „Wer ist der Profi?“ von und mit Thomas Fröschle, besser bekannt als Topas, erinnert dann aber eher an „Was bin ich?“ oder „Sag die Wahrheit“. Nach vielen „Froggy Nights“ im Renitenztheater, in denen Fröschle Abendprogramme rund um eine bekannte Persönlichkeit gestaltete, gibt es nun eine neue Koproduktion mit der Kleinkunstbühne. Darin stellt Topas vier Menschen vor, „die alle was Besonderes können“, aber nur einer von ihnen ist ein Bühnenprofi.
Bei der Premiere dieser Mischung aus Rateshow und Open Stage wird ein Kontorsionist gesucht, ein Akrobat, der seinen Körper extrem verbiegen kann. Als mögliche Kandidaten beziehungsweise Kandidatinnen – da unter den vieren drei Frauen sind und um keine Hinweise zu geben, gerät Topas immer wieder in Gender-Nöte – sind im Angebot: Leonie, Zahnärztin aus Echterdingen; Rahel, Officemanagerin aus Stuttgart; Jacqueline aus Remseck und Philipp aus Waiblingen, die in der Diakonie beziehungsweise in einer Arztpraxis arbeiten. Nach ein paar Fragen zur Person und „machen Sie eine typische Aufwärmübung“ à la Robert Lembke muss sich das Publikum anhand weniger Indizien relativ schnell festlegen, wer nun der Verrenkungskünstler sein könnte.
„Wenn du lügst, musst du in die Politik“, feixt Topas, als der vermeintliche Arzthelfer souverän den Unterschied zwischen Chiropraktikern und Chiropraktoren erklärt. Dabei ist dieser Philipp Tigris bestens als Profi auf der Kleinkunstbühne aufgehoben, wie er zum Showfinale mit spektakulären Drehungen um die eigene Achse beweist. Die meisten der Zuschauer, für die es etwas zu gewinnen gibt, sind nicht auf ihn gekommen, weil, wie es aus der dritten Reihe heißt: „Ich habe noch nie einen Mann gesehen, der sich verbogen hat.“
Zuvor können die anderen Kandidaten zeigen, was sie wirklich können. Jacqueline, die eigentlich Lilia heißt, interpretiert selbst geschriebene Lieder – leider zum Playback. Rahel haut als Stand-up-Comedienne Sprüche raus, von denen manche frecher sind als die von alten Bühnenhasen. Und Leonie ist einfach nur Zahnärztin, Fröschles Zahnärztin. Zwischendurch darf ihr Patient als Topas vergnüglich zeigen, dass er nicht nur ein guter Comedian, sondern vor allem zweifacher Zauberweltmeister ist. Von wegen „und was machen Sie eigentlich beruflich?“, wie er gelegentlich nach einer Vorstellung gefragt werde. Die nächste Möglichkeit dazu gibt es im Renitenztheater im Juni.