Neue Methode Mit feiner Nase dem Krebs auf der Spur

Von Anna Hunger  

Stuttgarter Ärzteteam mit Studie zur Früherkennung von Lungenkrebs - Geschulte Hunde.

Stuttgart - Hunde haben eine feine Nase. Manche sogar eine so sensible, dass sie bei Lungenkranken diejenigen erschnüffeln können, die Krebs haben. Fachärzte und ein Hundetrainer können dies nun dank einer zweijährigen Pilotstudie beweisen.

Hunde können Sprengstoff erschnüffeln, Drogen oder schädliche Insekten. Der Stuttgarter Lungenfacharzt Rainer Ehmann, ein Team der Klinik Schillerhöhe und der Hundetrainer Uwe Friedrich haben in einer Pilotstudie herausgefunden, dass Hunde auch zur Früherkennung von Lungenkrebs eingesetzt werden können.

Die Schäferhündin Bonnie hat einen Heidenspaß: Zielstrebig läuft sie an den aufgereihten Glasröhrchen vorbei. Nummer eins: uninteressant. Nummer zwei ebenfalls. Bei Röhrchen Nummer drei wirft sich die Hündin auf den Boden und wartet auf ein Leckerchen. Was für den Hund ein Erfolgserlebnis ist, ist für den Probanten unerfreulich - noch zumindest. Denn die Hündin hat aus einer Reihe unterschiedlicher Proben diejenige identifiziert, die von einem Krebspatienten stammt.

Amerikanische Forscher hätten in den vergangenen Jahren bewiesen, dass Hunde anhand von Atemluftproben den Unterschied zwischen einem Lungenkrebspatienten und einem gesunden Menschen riechen können, erklärt der Lungenfacharzt Rainer Ehmann. Offen blieb allerdings die Frage, ob die Hunde auch zwischen tatsächlich an Lungenkrebs Erkrankten und sogenannten Risikopatienten unterscheiden.

Tatsächlich können die vier Hunde aus Ehmanns Studie die wirklich Erkrankten von den potenziell Gefährdeten unterscheiden: mit einer Trefferquote von rund 90 Prozent. Die Hündin Bonnie macht nur vor solchen Röhrchen Platz, die Krebsproben enthalten. Sollten sich Friedrichs Hunde auch in einer größer angelegten Studie als zuverlässige Diagnostiker erweisen, könnten die Forscher dem Puzzle um die Lungenkrebs-Früherkennung ein Steinchen hinzufügen. Dann könnten unter Umständen bis zu 70 Prozent der Erkrankten geheilt werden, sagt Ehmann. Bisher sind es nur rund 15 Prozent. Dabei ist Lungenkrebs eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland.

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