Neu-Stuttgarter feiern im Rathaus Bürgermeister Schairer ermuntert zu Engagement und Teilhabe

Von Rebecca Anna Fritzsche 

Bürgermeister Martin Schairer begrüßt die Neu-Stuttgarter: Zwei von ihnen sind Yudum Cetiner-Spitschka und Konstantinos Kosmidis. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Bürgermeister Martin Schairer begrüßt die Neu-Stuttgarter: Zwei von ihnen sind Yudum Cetiner-Spitschka und Konstantinos Kosmidis. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Seit September 2017 haben 2260 Stuttgarter die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Viele von ihnen haben dies bei der zweiten Einbürgerungsfeier in diesem Jahr im Stuttgarter Rathaus gefeiert.

Stuttgart - Für das Jahr 2018 rechnet Martin Schairer, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport und als solcher auch Chef der Ausländerbehörde, mit einer Rekordzahl: erwartet werden rund 2400 Anträge auf Einbürgerung. Seit September 2017 haben 2260 Stuttgarter die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Viele von ihnen haben dies mit ihren Familien am Freitagabend im Rathaus gefeiert, bei der zweiten Einbürgerungsfeier in diesem Jahr.

„Seit Jahren klettern die Zahlen an Anträgen“, sagte Schairer bei der Feier und machte dies nicht nur an der Beliebtheit des deutschen Passes aus, an der Wertschätzung von liberaler Demokratie, der Bekenntnis zu Menschenrechten und Gewaltenteilung, sondern auch „an der Bekenntnis zu dieser wunderschönen Stadt“. Den Neu-Bürgern riet er: „Engagieren Sie sich für Ihre Stadt!“

Schairer plädiert für ein friedliches Zusammenleben

Was im Osten Deutschlands derzeit passiere, sei schockierend. „Freiheit und Toleranz werden dort nicht so gelebt wie hier.“ Schairer übte auch Kritik an Bundesinnenminister Horst Seehofer und dessen Aussage, dass Migration „die Mutter aller Probleme“ sei: Das sei nicht „entspannend in dieser Lage“. Schairer warb für ein „friedliches Zusammenleben“: „Wir brauchen Mutbürger, keine Wutbürger.“

Die meisten der 2017 Eingebürgerten kommen aus der Türkei, gefolgt von Kroatien, Serbien, Griechenland und dem Kosovo. Außerdem scherzte Schairer: „Die Briten kommen!“ Die britischen Staatsangehörigen sind zum ersten Mal in den Top 10 vertreten, mit über 170 Anträgen und 122 bisher eingebürgerten Briten. Zum Vergleich: In den anderthalb Jahren vor der Brexit-Entscheidung im Juni 2016 wurden gerade einmal 13 Anträge gestellt.

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