Das Rheinufer in Düsseldorf Foto: dpa

Der VfB Stuttgart tingelt künftig durch die zweite Liga. Wenn es zum Auswärtsspiel nach Düsseldorf geht, sollte der Besucher wissen, dass der Halve Hahn kein Göckele ist.

Stuttgart/Düsseldorf - Wer kennt es nicht? Das Kult-Lied der Toten Hosen, das schon für viele Gänsehaut-Momente im Düsseldorfer Stadion gesorgt hat. Hier ist Fußball-Party: Hochemotionale Gesänge, eindrucksvolle Choreografien, beste Stimmung, „um durchzudreh’n und abzugeh’n“. Die Vereinsfarben der Fortuna sind rot-weiß, die des VfB weiß-rot. Rein farblich betrachtet müssen VfB-Fans also nicht fremdeln, wenn sie beim Düsseldorfer Turn- und Sportverein Fortuna 1895 zu Gast sind. Südtribüne und Südumlauf sind Heimbereiche der Fortuna-Fans: Um Provokationen zu vermeiden, tragen VfB-Fans den Brustring im Herzen (sowieso!), das Schwaben-Trikot aber am besten nur im Gästeblock. Tumultartige Szenen gab es 2012 beim Relegationsrückspiel der Fortuna gegen Hertha BSC Berlin. Als Hunderte Düsseldorfer Fans auf das Spielfeld stürmten, in der Annahme, dass das Spiel beendet und die Fortuna in die 1. Liga aufgestiegen sei. Der „Abschuss“ vor dem Abpfiff: Ein Fortuna-Fan buddelte das Rasenstück mit dem Elfmeterpunkt aus, um es als Andenken an den großen Fußballmoment mitzunehmen. Das Spiel wurde unterbrochen und dann nochmals für 90 Sekunden angepfiffen. Dann ging die Party weiter. Außerhalb des Spielfeldes wird in der Altstadt gefeiert. In den Kneipen und Brauhäusern schmeckt das Altbier erstklassig. Die rheinische Küche bietet Überraschendes: Wer Halve Hahn mit Röggelchen bestellt, bekommt kein Göckele serviert, sondern ein Roggenweckle mit Handkäs. Wenn der Käs gessa isch oder wer nach dem fußballerischen Schlusspfiff was zum Verdauen hat, probiert einen Killepitsch. Die Kräuterlikörspezialität lässt nicht nur im Karneval so Manchen das Beste erleben. Und, wie es im Liedtext der Toten-Hosen-Hymne heißt, kein Ende in Sicht.

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