Fußballparty in der Altstadt Foto: dpa

Da geht’s lang! Der VfB Stuttgart tingelt künftig durch die zweite Liga. Wenn es zum Auswärtsspiel nach Fürth geht, sollte man niemals Nürnberg loben.

Fürth - Es ist ein Wiedersehen. Als der VfB vor 41 Jahren letztmals in der zweiten Liga kickten, begegneten sie auch den Fürthern. Sie gehören zum Inventar in Liga zwei. Damals noch eigenständig. Mittlerweile verbandelt mit den Betriebskickern des Teeverkäufers Martin Bauer aus Vestenbergsgreuth. Jetzt muss der VfB wieder zum Ronhof, die Suppe auslöffeln, die er sich eingebrockt hat. Und in Fürth ist die Suppe schwer verdaulich.

Dort reicht man Allebatrie, darin vermengt man Kalbsbries, Ochsengaumen, Morcheln, Erbsen, Leber, Kälberohren, Gänsemagen, Schnecken, Artischocken, Trüffel, Spargel, Hopfenkeime, und Sellerie. Das Ganze wird garniert mit Kleeblättern. Dem Wappen der Stadt – und des Vereins. Allerdings reicht es nicht für vier, sondern nur für drei Blätter: Das symbolisiert die Dreifaltigkeit. In Fürth also Seiderer, Mai und Erhard, zwei Weltmeister von 1954 und der Mittelstürmer der Meistermannschaft von 1926. Der VfB kickte noch in Münster, da war die SpVgg Fürth schon Deutscher Meister. 1914, 1926 und 1929 gewannen sie den Titel. Damals waren sie die große Nummer im nationalen Fußball. Gemeinsam mit den Nachbarn aus Nürnberg. Beim Länderspiel in Amsterdam 1924 gegen die Niederlande standen nur Franken auf dem Feld. Fünf Nürnberger und sechs Fürther. Das Problem: Die Spieler hassten sich. Im D-Zug sassen die Fürther hinten, die Nürnberger vorne. Man aß im Hotel getrennt, man zog sich in unterschiedlichen Ecken der Kabine um, man schwieg sich an. Beim 1:0-Siegtreffer jubelten die Fürther mit Torschütze Auer, die Nürnberger mit Flankengeber Träg. Heim fuhr man wieder in unterschiedlichen Waggons. Für die Nürnberger ist Fürth seit jeher ein Vorort. Dabei ist die Stadt altehrwürdig, gegründet 1007. Die Altstadt zeigt sich denn auch widerstandsfähiger als die längst ­verblichenen Quelle, Grundig sowie die trocken gelegten Traditionsbrauereien wie Hubser und Co.. Bier gibt’s natürlich trotzdem noch, vor allem an der Gustavstraße. Dort kann man gut essen und trinken, wenn man zwei Sachen beachtet: Niemals Nürnberg loben.Und Vorsicht mit der Suppe.

Einwohner rund 127 000

Verein SpVgg Greuther Fürth

Gegründet Die SpVgg Fürth wurde 1903 gegründet, der TSV Vestenbergsgreuth 1974. 1996 schloss man sich zur SpVgg Greuther Fürth zusammen.

Spielstätte Sportpark Ronhof Thomas ­Sommer

Fassungsvermögen 18 000 Zuschauer

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