Mit dem Tod von Wolfgang Schäuble ist auch ein Sitz im Bundestag zu vergeben. Nun bekommt jemand eine Chance, dessen politische Karriere schon zu Ende schien.
Am 26. September 2021 schien die politische Karriere von Stefan Kaufmann beendet. Der Stuttgarter CDU-Politiker hatte es bei den Bundestagswahlen nicht geschafft. Nach zwölf Jahren im Parlament blieb ihm die Wiederwahl versagt. Im direkten Wahlkreis-Duell war Kaufmann dem Grünen-Kandidaten und aktuellem Landwirtschaftsminister Cem Özdemir unterlegen, der eigentlich gute siebte Platz auf der CDU-Landesliste reichte wegen dem schwachen Unionsergebnis nicht aus. Doch jetzt bekommt der Jurist eine neue Chance.
Die Regeln des Parlaments sind klar
Mit dem Tod von Wolfgang Schäuble ist auch dessen Platz im Bundestag frei geworden. Die Regeln des Parlaments besagen, dass für den verstorbenen Abgeordneten der nächste Kandidat der Landesliste zum Zuge kommt. Ob der Verstorbene dabei direkt gewählt worden ist – wie Schäuble – oder auch über die Landesliste zum Zuge kam, spielt keine Rolle. Da die vor Kaufmann auf der CDU-Liste platzierten Kandidaten, unter anderem Annette Widmann-Mauz und Steffen Bilger, bereits Mitglied des Bundestages sind, ist Kaufmann auf der ersten Nachrückerposition.
Sein altes Thema ist noch immer aktuell
An seinem ehemaligen Tätigkeitsschwerpunkt könnte Kaufmann auch als Oppositionspolitiker wieder anknüpfen. Das Thema ist jedenfalls nach wie vor brandaktuell. Vor seinem Ausscheiden aus dem Parlament war Kaufmann Beauftragter für Grünen Wasserstoff im – damals von der CDU geführten – Bundesministerium für Bildung und Forschung.