Schrecklicke Bilanz eines Unfall bei Schorndorf: drei Tote. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat

Immer wieder passiert es, vor allem außerhalb des Stuttgarter Stadtgebiets: Junge Autofahrer, die nachts zu schnell unterwegs sind, verursachen schwere Unfälle. Der jüngste Crash im Rems-Murr-Kreis weckt Erinnerungen an ähnliche Unglücksfälle.

Schorndorf - Zwei junge Männer waren sofort tot, ein weiterer starb im Krankenhaus – das ist die schreckliche Bilanz eines Unfalls, der sich in der Nacht auf Dienstag im Rems-Murr-Kreis ereignet hat. Wie die Polizei mitteilt, war kurz vor 1.30 Uhr ein 20-Jähriger mit einem VW Golf aus einem Kreisverkehr zwischen den Ortsteilen Haubersbronn und Miedelsbach ausgefahren. Dabei stieß er mit seinem VW rechts gegen den Bordstein, verlor die Kontrolle über das Auto und geriet in den Gegenverkehr, wo er mit einem Laster zusammenstieß.

Die beiden erst 17 Jahre alten Mitfahrer im Golf starben noch an der Unfallstelle, der 20 Jahre alte Fahrer erlitt schwerste Verletzungen, denen er am Dienstagnachmittag im Krankenhaus erlag. Der 50 Jahre alte Lastwagenfahrer, der nicht mehr hatte ausweichen können, erlitt einen Schock und kam ins Krankenhaus. Die Polizei war bis in die Morgenstunden mit der Unfallaufnahme beschäftigt. Die betroffene Landesstraße war mehrere Stunden gesperrt.

Erinnerungen an einen schweren Unfall in Welzheim werden wach

Nach bisherigem Kenntnisstand gehen die Unfallermittler davon aus, dass der Golf vor dem Unfall zu schnell gefahren ist. Ein Sachverständiger soll nun herausfinden, mit welcher Geschwindigkeit der 20-Jährige tatsächlich unterwegs war. Darauf, dass der Fahrer betrunken gewesen sein könnte, gibt es laut einem Sprecher keine Hinweise. „Der Sachverständige soll auch den technischen Zustand des Fahrzeugs prüfen“, so der Aalener Polizeisprecher Rudolf Biehlmaier. Der 20 Jahre alte Fahrer sei nach dem Unfall nicht mehr vernehmungsfähig gewesen.

Der Crash weckt Erinnerungen an andere schwere Unfälle, die sich in den vergangenen Jahren in der Region Stuttgart ereignet hatten. Immer wieder spielten ebenfalls junge Fahrer, nächtliche Uhrzeiten und hohe Geschwindigkeit eine Rolle. Etwa bei dem Horror-Unfall bei Welzheim (ebenfalls im Rems-Murr-Kreis) im Herbst 2016, bei dem zwei junge Menschen ihr Leben ließen. Damals war ein Kleinwagen von der Straße abgekommen, der mit einer Gruppe von acht Wasenheimkehrern hoffnungslos überladen war.

Im Jahr 2007 starben in Aichtal (Kreis Esslingen) zwei 18-Jährige, als ihr gleichaltriger Fahrer durch den Ortsteil Aich fuhr und gegen eine Hauswand schanzte. Ein Jahr später wurde der junge Mann zu 26 Monaten Haft verurteilt.

Polizeisprecher: „Junge Fahrer gehören zur Risikogruppe“

„Junge Fahrer gehören zur Risikogruppe“, sagt der Polizeisprecher Biehlmaier. Im Bereich des Präsidiums Aalen hatten sich im Jahr 2017 fast ein Viertel mehr tödliche Unfälle mit jungen Fahrern ereignet. So alarmierend diese Zahl sein mag, zeigt sie aber keinen Trend auf: Die Zahl der jungen Todesopfer schwankt stark und war beispielsweise im Jahr 2013 mit 21 fast doppelt so hoch wie aktuell.

In der Landeshauptstadt Stuttgart tauchen junge Fahrer als Unfallverursacher dagegen eher selten auf. Die Stuttgarter Polizei hat auch eine Vermutung, warum: In ihrem Jahresbericht ist zu lesen, dass die typischen Unfälle, die auf der Disco-Heimfahrt geschehen, sich oft auf die Region außerhalb des Stadtgebiets verteilten.

Die Polizei versucht, mit Präventionsveranstaltungen an Orten wie Berufsschulen junge Fahrer zur Räson zu bringen und sie auf die Unfallursachen Geschwindigkeit, Drogen, Ablenkung und zu hohe Risikobereitschaft aufmerksam zu machen. Junge Erwachsene werden zudem häufiger auf Drogen oder Handynutzung kontrolliert.

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