Ein Meer von Blumen und Kerzen erinnert an die Opfer der Anschläge. Foto: AFP

Nach der Festnahme mehrerer Mitglieder der Terrorzelle, die hinter den Anschlägen in Barcelona und Cambrils stand, bleiben zunächst drei Männer in Haft. Die Gerichtsunterlagen des Falls zeigen: die Zelle hatte weit Größeres in Barcelona vor.

Madrid - Ein Untersuchungsrichter hat am Dienstagabend nach einer Anhörung entschieden, dass drei der vier überlebenden mutmaßlichen Mitglieder der Terrorzelle von Barcelona in Untersuchungshaft bleiben. Zwei bleiben ohne Möglichkeit, auf Kaution freizukommen in Gewahrsam, einer für zunächst weitere 72 Stunden und der vierte werde freigelassen, ordnete Richter Fernando Andreu an. Es gäbe genügend Anhaltspunkte, um zwei der Männer in Untersuchungshaft zu behalten. Ihnen wurden unter anderem Tötungsdelikte, Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und der Umgang mit Sprengstoff vorgeworfen.

Gegen einen der Männer sei die Beweislage jedoch nicht hart genug, so Richter Andreu. Er müsse nun wöchentlich vor Gericht erscheinen, seinen Pass abgeben und darf Spanien nicht verlassen. Der Besitzer eines Internetcafes in der Stadt Ripoll, aus der der Großteil der Extremistenzelle stammte, würde zunächst 72 weitere Stunden in Untersuchungshaft bleiben, entschied der Richter.

Anschläge auf Sehenswürdigkeiten geplant

Aus den Gerichtsdokumenten ging zudem hervor, dass die Mitglieder der Extremistenzelle zwischen den Anschlägen in Barcelona und Cambrils Messer und eine Axt kauften. Demnach hätten die Terroristen nach der unbeabsichtigten Explosion ihrer Bombenwerkstatt in einem Haus in Alcanar am Tag zuvor kurzfristig ihre Pläne geändert und Transporter angemietet, so Andreu.

Zwei der mutmaßlichen Mitglieder der Terrorzelle identifizierten den toten Imam Abdelbaki Es Satty als Drahtzieher. Es Satty habe ursprünglich Sprengstoffanschläge auf Sehenswürdigkeiten in Barcelona geplant und auch vorgehabt, sich selbst dabei zu töten, sagte der Verdächtige Mohamed Houli C. vor Gericht, wie aus Justizkreisen verlautete. Auch ein weiterer Verdächtiger belastete den Imam. C. war aber der einzige der vier, der gestand, Teil der Zelle gewesen zu sein.

Die übrigen drei behaupteten, zum Teil nichts mit der Plänen der Gruppe zu tun gehabt zu haben. Driss O. sagte, er habe gedacht, die gemieteten Lieferwagen seien für einen Umzug gedacht gewesen. Stattdessen fuhr ein Mitglied der Zelle mit einem der Lieferwagen Passanten auf den Ramblas in Barcelona nieder und tötete dort zwölf Menschen und einen weiteren auf der Flucht.

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