Die Stadt will den Blick lieber nach vorne richten und enger mit der Polizei arbeiten. Foto: dpa/Marijan Murat

Die Polizeigewerkschaft hatte die Stadt Stuttgart kritisiert. Im Rathaus müsste niemand über die Auseinandersetzungen überrascht gewesen sein. Nun kontert die Stadt diese Vorwürfe.

Stuttgart - Die Stadt Stuttgart hat den Vorwurf zurückgewiesen, sie habe Entwicklungen vor dem Gewaltausbruch in der Nacht zum vergangenen Sonntag ignoriert. „Niemand hatte vor dem Wochenende Hinweise, dass es zu Krawallen mit dieser gewaltigen Dimension kommen könnte“, betonte ein Sprecher der Stadt am Donnerstag.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft hatte die Stadt wegen Untätigkeit kritisiert. Eigentlich müsste im Stuttgarter Rathaus niemand über die nächtliche Randale überrascht gewesen sein, sagte der Landesvorsitzende Ralf Kusterer der Deutschen Presse-Agentur. Die Ausschreitungen hätten sich schon länger angedeutet. Probleme besonders mit „jugendlichen und heranwachsenden Tätern mit überwiegendem Migrationshintergrund“ hätten die Polizei in den vergangenen Wochen vermehrt beschäftigt und seien der Stadtverwaltung seit Langem bekannt gewesen.

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Der Sprecher der Stadt hielt dagegen, die Verwaltung agiere stets auf Basis der Lageeinschätzung der Polizei. Gemeinsam werde der Blick nun nach vorn gerichtet. Die Sicherheitspartnerschaft mit der Polizei solle helfen, Ausschreitungen vorzubeugen.

In der Nacht zum vergangenen Sonntag waren Hunderte Menschen durch die Einkaufsstraße Stuttgarts gezogen, sie hatten Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert. Mehr als 20 Polizisten wurden verletzt.

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