Nach der Explosion hatte der GeldautomatFeuer gefangen, die Einsatzkräfte löschten den Brand. Foto: SDMG

In der Gemeinde Schlaitdorf im Kreis Esslingen hat ein Unbekannter einen Geldautotmaten in die Luft gesprengt. Er richtete rund 150 000 Euro Schaden an.

Schlaitdorf - Einen gewaltigen Krach hörten die Anwohner des Schlaitdorfer Rathauses am Montagfrüh um 4.45 Uhr. Ein Unbekannter hatte einen Geldautomaten der Kreissparkasse im Rathaus gesprengt und dabei rund 150 000 Euro Schaden angerichtet. Fraglich ist, ob er überhaupt Beute gemacht hat.

Kurz nach der Detonation hatte die Polizei mit 18 Streifenwagen nach den Tätern gefahndet, doch keinen Erfolg erzielt. Danach kam die Spurensicherung ins Gebäude, um Hinweise auf denTäter zu finden. Ebenfalls vor Ort waren die Feuerwehren aus Neckartailfingen, Altenriet, Schlaitdorf und Filderstadt. Bei der Explosion hatte der Automat Feuer gefangen und musse von den Einsatzkräften gelöscht werden. Das Gebäude wurde entraucht und die Straße vor dem Rathaus voll gesperrt.

Im Rathaus sind Scheiben gesprungen, im Mauerwerk klafft ein Riss. Dennoch sei die Statik des Hauses nicht beeinträchtigt, wie der Schlaitdorfer Bürgermeister Dietmar Edelmann berichtet. Ein Statiker hatte das gegen 10 Uhr festgestellt. Nach der Sprengung hat sich der Rauch im ganzen Haus verteilt, weswegen Dietmar Edelmann seinen vier Mitarbeitern vorsorglich frei gab. Obwohl die Arbeit am Montag ruhte, hat der Bürgermeister eine am Abend geplante Sitzung des Gemeinderates stattfinden lassen.

Mehrere solcher Verbrechen in der Region

Bereits fünf Mal haben Täter in diesem Jahr Geldautomaten in der Region in die Luft gesprengt: Im Rems-Murr-Kreis wurden Anschläge auf Automaten in Kaisersbach und Althütte verübt, im Kreis Göppingen war es ein Automat in Uhingen, im Kreis Ludwigsburg fiel Unbekannten ein Automat in Gerlingen zum Opfer und in Stuttgart wurde ein Geldautomat im Stadtteil Weilimdorf gesprengt.

Das Erstaunliche an diesem Vorgehen ist: Kein einziges Mal hatten die Täter Beute gemacht. Der Schaden an den Gebäuden war jedoch groß, in Kaisersbach etwa waren es 20 000 Euro. Wie überaus irrational so ein Verbrechen ist, zeigt ein Fall in Halle vom Oktober: Dort hatten drei Männer einen Fahrkarten-Automaten gesprengt, dabei war einer von ihnen bei der Detonation ums Leben gekommen. Ulrich Unger, der Pressesprecher der Kreissparkarkasse Esslingen-Nürtingen, bezeichnet den Schutz der Geldautomaten als „gut“, wiewohl es „kein Panzerschutz ist“. Genauere Daten über die Geldautomaten behält die Bank aus Sicherheitsgründen für sich. Außerdem gibt er zu bedenken, dass bei den Sprengstoffmengen, die benötigt würden, um einen Automaten knacken, vermutlich auch das Papiergeld zerstört würde.

Ob der Täter in Schlaitdorf über Beute gemacht hat, ist noch unklar. Vermutlich hat er nichts mitgenommen. Laut einem Augenzeugenbericht lagen mehrere Scheine um die Trümmer des Geldautomaten herum. Welche Art von Sprengstoff verwendet wurde, prüft die Polizei noch, genauso, ob es einen Zusammenhang mit den geschilderten Taten in den anderen Landkreisen gibt. Den Täter beschreibt die Polizei als einen 1,70 bis 1,80 Meter großen Mann, der dunkel gekleidet war und einen Kapuzenpulli trug. Wer etwas Verdächtiges zur Tatzeit gesehen oder gehört hat, den bitten die Ermittler sich zu melden. Die Nummer ist 07 11/39 90 0.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: