Auch in St. Blasien ist die neuartige Virusvariation aufgetaucht. Foto: dpa/Patrick Seeger

Das Waldshuter Gesundheitsamt hat eine strenge Quarantäne für das Studienkolleg in Sankt Blasien angeordnet, eine katholische weiterführende Schule. Zuvor war auch dort eine Mutation des Coronavirus aufgetaucht.

Waldshut - Auch am Jesuitenkolleg in Sankt Blasien (Kreis Waldshut) ist die neue ansteckende Mutation des Coronavirus nun nachgewiesen worden. Im Zusammenhang mit den jüngst aufgetretenen Coronafällen an der Internatsschule sei ihm vom Gesundheitsamt mitgeteilt worden, dass es sich zumindest in einem Fall um die neuartige englische Variante handele, teilte der Kollegsdirektor Hans-Martin Rieder in einem Elternbrief mit.

Die Quarantänemaßnahmen würden bis zum 5. Februar verlängert, die Testungen intensiviert und alle in dieser Woche geplanten Klausuren abgesagt. Wer nicht unbedingt ans Kolleg kommen müsse, solle daheim bleiben.

Verunsicherung in der Schulgemeinschaft

„Das ist jetzt nochmals eine Wendung, die vielleicht erschreckend ist und verunsichert“, erklärte Rieder. Die bereits getroffenen Maßnahmen seien aber sehr gut gewesen. „Jetzt gilt es nochmals vorsichtiger und behutsamer vorzugehen, die Maßnahmen zu überprüfen und Sicherheit zu bekommen, dass niemand weiteres infiziert wird.“ Die katholische Schule wird insgesamt von 900 Schülern ab Klasse fünf besucht. Etwa ein Drittel davon lebt dauerhaft im dortigen Internat.

Das Gesundheitsamt des Landkreises teilte mit, dass bei insgesamt fünf Proben Variationen des Coronavirus nachgewiesen worden seien. Um welche Form der Mutation es sich handelt – der britischen, der südafrikanischen oder der brasilianischen – stehe noch nicht fest und werde gegenwärtig noch untersucht. Den Ort St. Blasien nannte die Behörde nicht. Nach einer ersten Analyse gebe es keinen Zusammenhang zwischen den Fällen. Das Gesundheitsamt klärt derzeit die Details der Infektionen ab und ermittelte mögliche Kontaktpersonen.

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Insgesamt fünf Fälle im Kreis

Die Behörde gehe bei Infektionen mit einer der Virusmutationen hinsichtlich der Quarantäne streng vor: statt der derzeit üblichen zehn Tage würden sowohl für die infizierte Person als auch für die Kontaktperson 14 Tage Quarantäne angeordnet, außerdem würden auch Kontaktpersonen zweiten Grades in Quarantäne geschickt. Am Ende der Quarantäne müsse ein negatives Ergebnis eines PCR-Tests vorliegen.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass an einem Kindergarten in Freiburg eine Mutation des Coronavirus festgestellt worden war. Die Landesregierung hatte daraufhin ihre Entscheidung zu einer Rückkehr in den Regelunterricht an den Grundschulen verschoben.

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