Viele Eltern betreuen ihre Kinder nach wie vor zu Hause. (Symbolbild) Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Nach dem Bekanntwerden von Coronainfektionen in einer Freiburger Kita liefern sich Gesundheitsminister Manfred Lucha und Kultusministerin Susanne Eisenmann einen öffentlichen Schlagabtausch bei der Frage, ob Schulen und Kitas wieder geöffnet werden sollten.

Stuttgart - Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) hält angesichts der Virusmutation bei zwei Kindern in einer Freiburger Kita die Öffnung von Kitas und Schulen im Land derzeit nicht für machbar. Bei SWR Aktuell forderte der Grünen-Politiker am Donnerstag stattdessen, dass jetzt die Notbetreuung von Kindern „nochmal runtergefahren wird. Dass die Betreuung der Kinder über Homeschooling im Primarbereich nochmal besser wird“.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hielt dagegen und forderte das Gesundheitsministerium und das Landesgesundheitsamt auf, den genauen Sachverhalt bei der Kita in Freiburg zunächst „lückenlos“ aufzuklären. „Erst danach kann die Gesamtsituation bewertet und über das weitere Vorgehen beraten werden“, sagte die CDU-Politikerin.

Aufklärung wegen verzögerter Untersuchung gefordert

Luchas Forderung nach einer Einschränkung der Notbetreuung wies Eisenmann entschieden zurück: „Familien sind in besonderer Weise von den Einschränkungen der Corona-Maßnahmen betroffen.“ Sie fügte hinzu: „Es irritiert deshalb, dass Familienminister Lucha die Lebenswirklichkeit der Familien verkennt.“

Eisenmann, die auch CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl am 14. März ist, forderte von Lucha zudem Aufklärung darüber, „warum das Ergebnis der Sequenzierung, also die Erkenntnis einer Mutation, erst zwei Wochen nach Auftreten des Falls vorlag“.

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