Am Neckarersatzbach in Obertürkheim stinkt’s zum Himmel. Das Biotop wird als wilde Müllkippe und als „öffentliche Toilette“ missbraucht. Nun soll ein 270 Meter langer Zaun das verhindern.
Die Stadt schafft nun klare Tatsachen, um den unhaltbaren Zustand rund um den kleinen Weiher am Neckarersatzbach in Obertürkheim zu beenden. Ein 270 Meter langer Zaun soll verhindern, dass der Bereich zwischen Hafenbahnstraße und Schillerradweg weiter als wilder Müllablagerungsplatz und als „öffentliche Toilette“ missbraucht wird. Damit es dort sprichwörtlich nicht mehr zum Himmel stinkt.
Das war bislang der Fall. Bei einem routinemäßigen Rundgang mit dem städtischen Vollzugsdienst kam Bezirksvorsteher Kevin Latzel beinahe im doppelten Sinne die Galle hoch. Zum einen wegen der enormen Müllberge von Verpackungen, Flaschen über Möbel und Autoreifen bis hin zu einer Küchenspüle. Zum anderen wegen des Gestanks, der sich durch die offensichtlich menschlichen Hinterlassenschaften ausbreitete. Sein Hilferuf über die „katastrophalen Missstände“ wurden von der Verwaltung erhört.
Vermutlich nutzen vornehmlich Fernfahrer das Biotop
Für Abhilfe soll ein neuer, 270 Meter langer Zaun sorgen. „Es ist sozusagen ein zweiter Bauabschnitt“, erklärt Latzel. Schließlich wurde bereits Anfang des Jahres entlang des Park & Ride-Platzes gegenüber des Bahnhofs Obertürkheim ein Zaun aufgestellt – ebenfalls um wilde Müllablagerungen zu verhindern. Analog soll nun auch im weiteren Verlauf der Hafenbahnstraße eine vergleichbare Maßnahme erfolgen. Gezielt betroffen ist der Bereich rund um den kleinen Weiher. Der Verdacht liegt dabei nahe, dass das Biotop vornehmlich von Lastwagenfahrern für ihre Notdurft genutzt wird. Direkt gegenüber liegt eine 24 Stunden am Tag in Selbstbedienung geöffnete Tankstelle für Fernfahrer. Das Problem: Im Schutz der an der Hafenbahnstraße geparkten Fahrzeuge sowie der Büsche ist der Weiher in der Dunkelheit nicht einsehbar. Und auch für weitere Umweltsünder eine rechtsfreie Zone, um wilden Müll abzulagern.
Keine 400 Meter lange „Obertürkheimer Mauer“
Bereits ab Januar soll nun explizit in diesem Abschnitt ein Zaun aufgestellt werden – auf einer Länge von 270 Metern. Die Pflege des Biotops soll ein vier Meter breites Tor gewährleisten. Um einen guten Start zu sichern, soll der Müll noch vor Beginn von einer Spezialfirma entfernt werden.
Eine Dimension, mit der Kevin Latzel gut leben kann. Schließlich war in den Planungen der Ämter gar von einer Zaunlänge von bis zu 400 Metern die Rede, „einer Obertürkheim Mauer“, wie der Bezirksvorsteher fürchtete. Grundsätzlich soll nicht der gesamte Grünzug zwischen dem Schillerradweg entlang der Bahnstrecke und der Hafenbahnstraße eingehaust, sondern der Charakter des Biotops erhalten werden. „Es gilt nur, den betroffenen Abschnitt zu schützen“, sagt Latzel.