Die Anforderungen in den Realschulen nehmen zu Foto: dpa

Die Anforderungen steigen, doch die Unterstützung bleibt aus, klagt der Realschullehrerverband. Das Kultusministerium widerspricht.

Stuttgart - Das neue Realschulgesetz stößt beim Realschullehrerverband auf Kritik. Die Realschulen müssten immer mehr schwache Schüler aufnehmen, erhielten aber nicht die nötige Unterstützung, um diese zu fördern, kritisierte die Vorsitzende des Realschullehrerverbandes, Irmtrud Dethleffs-Niess, am Donnerstag in Stuttgart. Die neuen Gemeinschaftsschulen würden finanziell und personell deutlich bevorzugt. Ärgerlich sei auch, dass die Regierung vorschreibe, wie die Schüler lernen sollen.

Das neue Gesetz, das der Landtag mit den Stimmen von Grün-Rot kürzlich verabschiedet hat, sieht vor, dass die Realschulen künftig auch den Hauptschulabschluss anbieten. Wie bei den neuen Gemeinschaftsschulen sollen alle Schüler überwiegend gemeinsam lernen und individuell gefördert werden. Von Klasse sieben an können starke und schwache Schüler in den Hauptfächern zeitweise getrennt werden.

Unterstützung aus der Wirtschaft

Unterstützung erhält der Verband von Berufsschullehrern und aus der Wirtschaft. Der Abschluss biete eine ausgezeichnete Grundlage für eine berufliche Ausbildung oder einen höheren Schulabschluss an einem beruflichen Gymnasien oder Berufskolleg, sagte Herbert Huber, Landeschef des Berufsschullehrerverbandes. Die Qualität des Realschulabschlusses dürfe nicht gesenkt werden, warnte Günther Hieber, Präsident des Bundes der Selbstständigen. Andernfalls werde es mit der Ausbildung schwieriger.

Das Kultusministerium wies die Kritik von Dethleffs-Niess zurück. Die Rahmenbedingungen der Realschulen seien von Grün-Rot „deutlich verbessert worden und werden – so die Planung – auch weiterhin verbessert, insbesondere durch zusätzliche Poolstunden“. Vor dem Regierungswechsel 2011 erhielten Realschulen keine Extrastunden, derzeit sind es sechs pro Zug. Bis zum Schuljahr 2018/2019 sollen es zehn werden.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft warf dem Realschullehrer- und dem Berufsschullehrerverband vor, Wahlkampf gegen die Gemeinschaftsschulen zu machen. Allerdings bräuchten auch die Realschulen weitere Stellen, sagte Landeschefin Doro Moritz

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