Der Bezirksbeirat Mitte tagt im Stuttgarter Rathaus. Nach den Kommunalwahlen am 26. Mai setzt sich das Gremium neu zusammen. Foto:  

Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle bedankt sich bei den Bezirksbeiräten von Stuttgart-Mitte, die in der neuen Legislaturperiode ausscheiden. Die Fraktionen haben noch nicht alle neuen Mitglieder bestimmt.

S-Mitte - Rita Krattenmacher verteilte zum Abschied „Geschenkle“ an die Bezirksbeiräte. Sie verteilte Schokoladeriegel und Informationen über den Verein Fuss e.V. Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle lobte bei ihren Abschiedsworten, dass sich die Bezirksbeirätin von SÖS/Linke-plus stets für den öffentlichen Raum und mehr Bäume in der Stadt eingesetzt hat.

Neben Krattenmacher schied auch SPD-Stadträtin Jeanette Füess, der stellvertretende SPD-Bezirksbeirat Helmut Geissel sowie der stellvertretende Bezirksbeirat Friedrich Neunhöffer von der Fraktion SÖS/Linke-plus aus dem Gremium aus. Kienzle erinnerte daran, dass sich ­Füess um den fairen Handel bemüht habe und federführend daran beteiligt war, dass der Bezirk Mitte zum Fairtrade-Stadtbezirk wurde. Den SPD-Stellvertreter Geissel lobte sie für seinen Sachverstand in Sachen Architektur.

Neunhöffer war seit 1971 Bezirksbeirat

Friedrich Neunhöffer sprach Kienzle ihren Respekt aus, da er seit 1971 sich im Bezirksbeirat engagiert hat. Neunhöffer nutze die Gelegenheit, seinen Werdegang zu schildern. Er sei zunächst für die FDP in das Gremium eingezogen, da er sich für die damalige sozial-liberale Bundesregierung aus SPD und FDP und ihre Reformprojekte begeistert habe, erzählte er. Nach dem Koalitionswechsel der Liberalen hin zur Union und dem Sturz von SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt 1982 führte sein Weg zunächst über die erfolglose linksliberale FDP-Abspaltung Liberale Demokraten hin zur SPD. Die Sozialdemokraten verließ Neunhöffer dann, nachdem Oskar Lafontaine 2005 zur aus der PDS und der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit vereinten Linken beitrat.

Kienzle äußerte die Hoffnung, dass sich die ausgeschiedenen Mitglieder des Gremiums auch künftig für den Bezirk einsetzen und den Kontakt zu ihren Nachfolgern im Bezirksbeirat halten werden.

CDU verliert einen Sitz

Dieser setzt sich nach der Kommunalwahl vom 26. Mai analog zu den Wahlergebnissen zusammen. Das bedeutet eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse. Die CDU wird künftig nur mit zwei statt drei Sitzen vertreten sein. Dafür verstärkt ein Bezirksbeirat der Freien Wähler künftig das bürgerliche Lager. Die FDP behält ihren Sitz. Die Grünen behalten vier Sitze, während die SPD künftig nur mit Heinrich Huth vertreten sein wird. Zwei Sitze gibt es jeweils für die Fraktionsgemeinschaften aus Linken, SÖS, Piraten und Tierschützern sowie aus Stadtisten, Partei und Junge Liste. Auch die AfD wird einen Sitz im Bezirksbeirat Mitte künftig besetzen. Nicht alle Fraktionen haben ihre Vertreter für die künftige Legislaturperiode von fünf Jahren bereits benannt.

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