Mia-Marie leidet an einem nur schwer behandelbaren Gehirntumor. Über 2800 Facebook-Freunde versuchen seit August, dem kranken Mädchen seine Träume zu erfüllen. Foto: R.Weber

Mia-Marie aus Remseck ist krank, die Siebenjährige leidet an einem Gehirntumor. Auf einer Facebookspenden-Seite teilt sie ihre Herzenswünsche mit – und die Resonanz ist riesig.

Remseck - Wenn Mia-Marie Weber auf dem Pferd sitzt, strahlt sie über das ganze Gesicht. Dann vergisst sie, dass sie eine Hand nicht bewegen kann. Reiten, das ist ein Herzenswunsch des an einem Gehirntumor erkrankten Mädchens aus Remseck. Ein Wunsch, mit der die Facebook-Seite „Mia-Marie Herzenswunsch“ am 10. August 2015 eröffnet wurde. Seitdem hätte sie immer wieder darüber nachgedacht, was sie gern machen würde. „Ich würde unheimlich gerne das Meer sehen und eine Reittherapie machen.“

 

Liebe Facebooker, ich bin Mia-Marie, bin 7 Jahre alt und weiß seit dem 18.03 das ich einen 6cm großen Gehirntumor habe...

Posted by Mia-Marie Herzenswunsch on  Montag, 10. August 2015

Über 243 Personen teilten den Post. In den 58 Kommentaren unter dem Beitrag berät die Facebook-Gemeinde, wo Mia-Marie am besten das Meer entdecken und an einer Reittherapie teilnehmen könnte. „Mit einer so riesigen Resonanz haben wir nicht gerechnet“, sagt René Weber, der Vater von Mia-Marie. „Die 2857 Facebook-Fans schaffen es immer wieder, ihr ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern.“

„Gut gemacht, Leute“

Täglich lesen die Eltern ihrer Tochter die neuesten Nachrichten vor, die sie „total toll“ findet. Und es bleibt nicht nur bei elektronischer Post. Mia-Marie erhält auch Päckchen mit Geschenken. Ein Mädchen namens Leonie zum Beispiel schickte Mia-Marie ein Paket mit Spielsachen und einen zweiseitigen Brief. „Da entsteht jetzt eine Freundschaft“, sagt René Weber.

Auch das Voltigieren im nahe gelegenen Reitverein Hegnach-Öffingen kam durch das Netzwerk der hilfsbereiten Facebook-Community zustande. „Mia-Marie hatte so viel Spaß, dass sie den ganzen Abend noch davon geschwärmt hat“, posteten die Eltern dankbar. „Gut gemacht, Leute“, kommentiert ein Facebook-Nutzer.

Ihr Herzenswunsch: mit einem Delfin schwimmen

Bei ihrer Geburt zeigte das Mädchen außer einem Schielen keine Auffälligkeiten. Erst als sie in die Schule ging, setzte nach und nach eine Lähmung der rechten Körperhälfte ein. Besonders traurig war Mia-Marie, als sie ihre Haare verlor. „Sie wollte doch Rapunzel werden“, erzählt ihr Vater. Nun setzt die Familie ihre Hoffnung auf die Chemo-Therapie. Wenn die Blutwerte im „grünen Bereich“ sind, zieht Mia-Marie vor Freude riesige Seifenblasen vor sich her.

 

was für eine riesige Seifenblase

Posted by Mia-Marie Herzenswunsch on  Donnerstag, 20. August 2015

In der Nähe von Paderborn wohnt Nicole Richter, deren Tochter ein bisschen jünger als Mia-Marie ist. Sie startete mit ihren selbst genähten und gehäkelten „Puscheltieren“ eine Online-Auktion. Über 900 Euro gingen nach Abschluss der Auktion auf das Herzenswunschkonto von Mia-Marie. „Dadurch, dass viele Menschen, die ich überhaupt nicht kenne, mitgeboten haben, stieg der Erlös so sehr nach oben“, sagt Nicole Richter. Ihre Spende und auch die Überweisungen anderer hilfsbereiter Menschen tragen dazu bei, dass das kranke Mädchen vielleicht bald auch mit einem Delfin schwimmen kann.

Durch das Netzwerk, das sich über die Mia-Marie-Herzenswunsch-Facebook-Seite entwickelt habe, hätten sich viele Leidensgenossen bei der Familie gemeldet, um ihnen Mut zuzusprechen, berichtet Mia-Maries Vater René Weber. Ein Besitzer eines Grillwagens in Aldingen habe extra eine Spendenkasse für Mia-Marie auf seine Theke gestellt. Seine Worte gehen dem Vater des todkranken Mädchens nicht mehr aus dem Kopf: „Solange das Kind was zu lachen hat, ist noch nichts verloren.“

Das Spendenkonto von Mia-Marie Herzenswunsch lautet: IBAN: DE05600699050131207008 BIC: GENODES1REM

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