Kinder sollen schon früh Zugang zur Kultur bekommen Foto: Staatsgalerie Stuttgart

Stuttgarts Bürgermeisterin Eisenmann will Zugang zu Kunst fördern und Kultureinrichtungen in das Konzept der Ganztagsschulen einfügen – Freier Eintritt in Museen bleibt aber Ausnahme.

Stuttgart - „Cool Place“ ist die aktuelle Ausstellung im Kunstmuseum Stuttgart betitelt. Zu sehen sind 60 Werke internationaler Gegenwartskunst aus der Sammlung Ute und Rudolf Scharpff. Energisch stritt das Sammlerpaar vorab für kostenfreie Eintrittstage. Zur ­Begründung sagte Rudolf Scharpff unserer Zeitung: „Kunst muss gesehen werden. Dazu gehört der freie Eintritt. Wir müssen den Bürgerinnen und Bürgern, die kein Geld ­haben, die Möglichkeit bieten, eine solche Ausstellung sehen, Museen besuchen zu können.“

Noch bis zum 16. November ist „Cool ­Place“ zu sehen – und tatsächlich ist der Eintritt nun jeden Freitag (geöffnet bis 21 Uhr) von 18 Uhr an sowie jeden Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr kostenlos. Finanziert wird dieser kostenlose Eintritt in das Kunstmuseum durch Ute und Rudolf Scharpff. „Eine tolle Initiative“, sagt Stuttgarts Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU) unserer Zeitung, „über die wir im Stiftungsrat des Kunstmuseums intensiv diskutiert haben.“ Und für Eisenmann ist klar: Der freie Eintritt zu städtischen Kultureinrichtungen bleibt ein Sonderfall. Zu wichtig seien die Einnahmen aus dem Ticketverkauf für die Haushaltspläne der jeweiligen Einrichtung. Eisenmann verweist zugleich auf die jetzt schon gültigen Vergünstigungen. So besuchen etwa Kinder bis 13 Jahre das Kunstmuseum kostenlos.

Eisenmann, Bürgermeisterin für Schule, Sport und Kultur, aber will mehr. Noch in diesem Jahr möchte sie die Kultureinrichtungen in Stuttgart in das Ganztagsschulkonzept einbinden. „Die Voraussetzungen dafür“, sagt Eisenmann, „haben wir mit dem im Kulturamt neu installierten Netzwerk kulturelle Bildung geschaffen.“ Das „kubi-S“ soll nun „ein kulturpädagogisches Rahmenkonzept für die Ganztagsgrundschulen nach dem Stuttgarter Modell ,Sport in der Ganztagsschule‘ entwickeln“. „Es ist ganz klar unser Ziel“, betont Eisenmann, „möglichst vielen Kindern möglichst früh den selbstverständlichen Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen.“

Entsprechend hat sich Eisenmann jetzt an alle Verantwortlichen der Kultureinrichtungen in der Landeshauptstadt gewandt. In einem unserer Zeitung vorliegenden Brief betont Eisenmann, die Kooperationen im Sportbereich ließen sich nicht direkt auf die Kultur übertragen. „Ziel ist jedoch, ein nachhaltiges, qualitätsvolles kulturelles Bildungsangebot zu schaffen und die ­Programme im schulischen Alltag zu ­verankern.“

Das Kunstmuseum Stuttgart sieht derweil den durch Ute und Rudolf Scharpff ermöglichten freien Eintritt als Erfolg. „Am vergangenen Wochenende hatten wir allein 2000 Besucher“, sagte die Sprecherin unserer Zeitung. Und hofft auf ähnliches Interesse an diesem Samstag und Sonntag.

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