Ein Geschosshaus von der Stange. Ist das Lösung der Wohnungsprobleme? Foto: Nokera

Bauen mit Holz und im großen Stil: Der Stuttgarter Wohnungsbau-Experte Samir M. Sidgi erklärt, warum serielles Bauen ein Hebel ist, um die Wohnungsprobleme in den Griff zu bekommen.

Samir M. Sidgi ist Geschäftsführer der kommunalen Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) und Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Großer Wohnungsunternehmen (AGW), ein Zusammenschluss der wichtigsten Wohnbauunternehmen Deutschlands.

 

Foto: Fotofabrik Stuttgart

Herr Sidgi, Geschossbau von der Stange, wie ihn die Firma Nokera betreiben möchte, ist das die Antwort auf die Probleme am Wohnungsmarkt?

Wir haben es aktuell mit einem Problem zu tun, das vielschichtige Ursachen hat. Der serielle Wohnungsbau ist sicherlich einer von mehreren Lösungsansätzen. Tatsache ist, dass die Baukosten immer stärker steigen und wir noch bauen wie vor 100 Jahren. Wir müssen den Bausektor reformieren und die Baurechtsprozesse verändern, sonst schaffen wir es nicht, die Herausforderungen zu meistern.

Wie kann da die industriell vorgefertigte Produktion von Wohnraum helfen?

Damit besteht die Chance, die Produktivität, Qualität und die Geschwindigkeit signifikant zu erhöhen. Diese notwendigen Anpassungen der Bauindustrie können dazu beitragen, nachhaltig Kosten zu senken.

Nokera konzentriert sich auf Holz als Baustoff. Besteht nicht die Gefahr, dass der einmal zur Neige geht?

Die Ressource Holz ist sicherlich ein wichtiger Baustoff. Neben der Voraussetzung, dass dieser aus nachhaltiger Forstwirtschaft zur Verfügung steht, gilt es auch, Lösungen für Brand- und Schallschutz zu entwickeln. In Zukunft werden daher alternative Baustoffe zu Beton und Holzhybridlösungen ebenso wichtig werden.