Mathemuffeln rät Kuangda Konrad Zou, nicht gleich aufzugeben. Foto: privat

Kuangda Konrad Zou liebt ein Fach, das manch anderen verhasst ist. Er hat den zweiten Platz im Bundesmathewettbewerb erzielt und noch während seiner Schulzeit ein Mathestudium begonnen. Wir haben mit ihm gesprochen.

Rohr - Wenn es knifflig wird, ist Konrad in seinem Element. Der 17-Jährige ist in Stuttgart-Rohr aufgewachsen und hat in diesem Jahr sein Abitur am Königin-Katharinen-Stift in Stuttgart-Mitte gemacht. Nun studiert er Mathematik in Bonn. „Zwischen Schulmathe und der Mathematik, die ich an der Uni lerne, liegt ein großer Unterschied, denn an der Uni ist alles viel kniffliger“, sagt er. Seine Lieblingsfächer Mathe und Physik hat er im Abitur mit der Bestnote von 15 Punkten abgeschlossen und auch sonst schnitt er hervorragend ab. „Nur mit der Deutschnote war ich nicht so zufrieden, aber das ist wohl typisch, weil ich ja eine naturwissenschaftliche Begabung habe“, sagt er und lacht.

In der Schule habe er sich im Matheunterricht oft ein bisschen gelangweilt. Bis zu einem entscheidenden Tag in der zehnten Klasse, der alles ändern sollte. „Ich bin damals zum Tag der Mathematik an die Uni Stuttgart gegangen und habe erfahren, dass es dort die Möglichkeit eines Frühstudiums gibt“, erzählt er. Die Eignungsprüfung meisterte Konrad problemlos und so kam es dazu, dass Kuangda Konrad Zou bereits im Alter von 15 Jahren in einer Mathematikvorlesung saß. „Ich hatte eigentlich keine Angst davor, sondern fand es toll, so viele Leute zu treffen, die auch von Mathe begeistert sind“, erinnert er sich.

Die Mühen haben sich bislang gelohnt

Als erst einmal sein Ehrgeiz geweckt war, wollte Konrad auch an Wettbewerben teilnehmen. Insgesamt dreimal machte er beim Bundeswettbewerb Mathematik mit und erreichte in diesem Jahr den zweiten Platz. „Der erste Versuch lief nicht so gut, aber im nächsten Jahr, bei meiner zweiten Teilnahme, landete ich dann schon auf dem dritten Platz, und so konnte ich mich immer mehr steigern.“ Insgesamt 1200 Schüler nahmen in diesem Jahr an der ersten Runde des Wettbewerbes teil, in die zweite kamen etwa 450 von ihnen. Die Preisträger erhielten eine Urkunde und einen Geldpreis. In die finale Runde schaffte es Konrad nicht. „Aber es hat trotzdem Spaß gemacht, so weit zu kommen.“ Und allen, die mit Mathe auf dem Kriegsfuß stehen, rät er: „Es lohnt sich, nicht gleich aufzugeben.“

Die Freude an der Mathematik komme ganz allmählich und Matheaufgaben solle man aus Freude an der Lösung des Rätsels rechnen. „Seit der fünften Klasse habe ich mich so richtig hinter Mathe geklemmt und bislang hat es sich gelohnt“, sagt er. Als er die Aufgaben für den Bundeswettbewerb rechnete, sei er sich auch nicht sicher gewesen, ob alles stimmt. „Wenn man ein kleines Detail vergisst, kann man schon negativ überrascht werden.“ Auch an Matheolympiaden hat er schon teilgenommen. „Unter Zeitdruck fällt mir das Rechnen allerdings schwerer“, sagt er. Solche Wettbewerbe findet der Student wichtig. „Es ist toll, dass sich Schüler über die Schule hinaus mit Mathe beschäftigen können, so werden sie schon mal auf ein künftiges Mathestudium vorbereitet.“

Mit 19 Jahren hat er wahrscheinlich seinen Bachelor

Konrads Eltern kommen ursprünglich aus China, er selbst ist in Berlin geboren. Bonn ist nun nach Stuttgart seine neue Wahlheimat geworden. „Ich habe gelesen, dass die Uni im Bereich Mathe sehr gut aufgestellt ist und deshalb bin ich im Oktober von Stuttgart dorthin gezogen.“ Das Studium wolle er nun schnell durchziehen. Durch sein Frühstudium an der Uni Stuttgart konnte er in Bonn direkt in das dritte Semester einsteigen und wird in zwei Jahren seinen Bachelor Abschluss in der Tasche haben. Dann ist er 19 Jahre alt.

„In welchem Bereich ich einmal arbeiten möchte, weiß ich noch nicht, denn die Möglichkeiten sind mit meinem Studium breit gefächert“, sagt er. Er plane, noch ein zweijähriges Masterstudium in Mathematik draufzusetzen. Die nächsten vier Jahre wird Konrad also mit Grübeln verbringen und natürlich üben, üben, üben.

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